Freitag, 12. Dezember 2014

Advent, Advent ein Lichtlein brennt...


Buenos dias mis amigos y mi familia sowie Guten meine liebe Freunde, Follower und Familie,

heute gibt es mal wieder brandaktuelle Neuigkeiten aus Mexiko, Aguascalientes. Ich freue mich wie immer, dass ihr den Weg hierher gefunden habt und möchte euch heute von meinen Erlebnissen und Erfahrungen von meiner nunmehr neunten Woche hier in Mexiko berichten.

Mittlerweile ist es schon Dezember geworden und der zweite Advent ist schon vorbei. Weihnachten steht also schon bald vor der Tür und es wird das erste Weihnachten ohne meine Familie und Freunde sein. Darüber bin ich schon ein bisschen traurig, denn Weihnachten steht für mich für drei Dinge: Familie, Zusammenseins und Liebe (naja vielleicht noch tagelanges Essen ;-)). Ich freue mich deshalb jedes Jahr auf Weihnachten, zwar vielleicht nicht mehr ganz so sehr, wie noch als kleines Kind, aber trotzdem mehr als ich mich gewöhnlich auf etwas freue, denn nur an Weihnachten kommt die ganze Familie zusammen, um einfach beisammen zu sein. Leider werde ich dieses Jahr an Weihnachten fehlen und damit wohl all die leckeren Schweinelenden, Königspasteten und Tiramisus verpassen...verdammt :( Andererseits habe ich es mir ja so ausgesucht und bin super gespannt, wie mein Weihnachten hier in Mexiko mit meiner "neuen" Familie werden wird. Sicher ist wohl nur, dass es wohl keinen Streit darüber geben wird, wer den Schnee auf der Straße wegkehrt ;-) Denn während es im schönen Hääschde die letzen Tage schon den ersten Schnee gegeben hat, scheint hier in AGS die Sonne bei angenehmen 24 Grad scheint, haha. Nun ja, für mich gehört Schnee oder zumindest Kälte eigentlich genauso zu Weihnachten dazu, wie der alljährliche Weihnachtsstressanfall von Mama ;-) Deshalb ist es für mich schon recht komisch, wenn ich hier mit kurzem Tshirt durch die Straße laufe und dabei an den Häusern den ersten Weihnachtsschmuck sehe. Irgendwie verkehrte Welt! Hier in AGS und auch in meiner Familie war bzw. ist das Weihnachtsfieber jedoch deutlich zu spüren/ zu sehen. Letze Woche und damit pünktlich zum ersten Advent ist Weihnachten in unser Haus eingezogen, d.h  wir haben Teile unseres Hauses weihnachtlich geschmückt. Zu meiner Überraschung wurde zudem bereits der Weihnachtsbaum aufgestellt und von Silvia sowie meinen zwei kleinen "Schwestern" geschmückt. Aber im Gegensatz zu unserem "echten" Weihnachtsbaum, steht bei uns nur ein Kunsttannenbaum. Naja ist zwar nicht ganz so das Wahre, aber trotzdem belibt festzuhalten: Navid es en el camino. Weihnachten ist auf dem Weg :)

Navid esta en la casa "Galindo"

Auch ich wollte mich ein bisschen in Weihnachtsstimmung bringen und habe mir deshalb kurzerhand einen Santa Claus-Bart wachsen lassen, wie ihr sehen könnt ;-)
Santa Pascal "El Aleman"
Darüber hinaus hat sich auch die Innenstadt von Aguascalientes in ein kleines Weihnachtsdorf verwandelt. Am Plaza Principal, also am Hauptplatz, wurde Weihnachtsdekoration aufgestellt wie z.B. ein großer Tannenbaum, ein überdimensionale Krippe sowie kleine Geschenkkisten. Auch die Hauptstraßen mit Weihnachtsbeleuchtung geschmückt, sodass man bei nacht nun wirklich in Weinachtsstimmung kommt.  Ich hätte mir zwar statt dieser ungewöhnlichen Weihnachtsdeko lieber einen anständigen Weihnachtsmarkt (Weihnachtsmark is schee, Weihnachtsmark is schee... oh da kommen gute Erinnerungen auf) gewünscht mit gutem 0,5-er Glühweih und ner AH-Currywurst, aber anderes Land...genau, andere Sitten ;-)
Weihnachtsdekoration auf dem Plaza Principal
Ein typisch mexikanische Pineta
Kary und ich an der überdimensionalen Weihnachtsgrippe

Neben diesen "Weihnachtsnews" gab es natürlich diese Woche auch noch das ein oder andere Erlebnis von dem ich euch erzählen möchte. Zwar werden die Tage, wie bereits letzte Woche angemerkt, langsam aber sich immer mehr zum Alltag, aber dennoch warten auf auch nun ein paar weitere lustige und interessante Einblicke aus meinem "Alltag" hier in Mexiko :)

Am Montag stand neben dem mittlerweile sehr routinierten Morgenprogramm bestehend aus einer 45 Sporteinheit am Morgen, einem Omlett mit Kaba, einer 1,5 Stunden Spanischunterricht,  einer Stunde "Self-Development" wie ich es nenne und einer Stunde Unterrichtsvorbereitung, am Nachmittag wieder mein Deutschunterricht mit meinen Schülern/Studenten auf dem Programm. Diese Woche beschäftigte ich mich mit meinen Schüler neben dem Thema "Familie in Deutschland" hauptsächlich mit dem wohl schwierigsten Teil der deutschen Sprache, nämlich dem Kasus, sprich Genitiv, Nominativ, Dativ und Akusativ. Ich als Muttersprachler denke über diese vier Fälle nie wirklich nach, weder wenn ich schreibe noch wenn ich spreche. Ich habe die die richtige Anwendung sprichwörtlich "im Blut". Für meine Studenten ist der Kausus eine richtige Herausforderung und wie bereits gesagt, der wohl schwierigste und gleichzeitig wichtigste Teil der deutschen Sprache. Auch ich musste mich erstmal in das Thema einlesen und ein paar simple Übungen machen, um meinen Studenten das alles erklären zu können. Und obwohl ich es wirklich versuchte so leicht und verständlich wie möglich zu machen, sind manche Dinge in der deutschen Grammatik auch für mich aberwitzig. Bestes Beispiel war dafür diese Übung:

Finde den richtigen Artikel:

die Mutter -------- Dies ist das Buch..... Mutter. 

Die Antwort wusste natürlich jeder: Dies ist das Buch DER Mutter. 
Aber jetzt erklär mal einem Studenten warum, wieso und weshalb aus einem typischen feminem Artikel plötzlich ein maskuliner Artikel wird und warum es sich hier um einen Genitiv handelt. Puuuh, gar nicht so einfach. 
Fazit: Deutsche Sprache, schwere Sprache. Jeder der diese Sprache schon sprechen kann, ohne sie extra lernen zu müssen, kann sich glücklich schätzen! Und ich kann mich doppelt glücklich schätzen, denn Spanisch zu lernen ist vergleichsweise echt einfach.

Nach meinem Unterricht war ich mich dann am Montagabend um halb 9 zu einer heißen Schoki verabredet. Aber nein, es war kein Date, denn ich traf mich nicht mit einer Chica mit nem Kumpel namens Gerado. Ich hatte ihn vor einigen Wochen auf einer AIESEC-Party kennen gelernt und er hatte mir damals von seinem Teilzeitjob als Consultant erzählt. Für mich war das natürlich super interessant, da ich vielleicht irgendwann auch mal als Consultant, zu deutsch Berater, arbeiten möchte. Ich würde mich dabei auf die Bereiche Buisness Development, Entrepreneurship, Culture Development und Personal Development vertiefen, so weit zumindest mal die grobe erste Idee. Für mich ist der Consulting-Bereich so interessant, da man hier im direkten Kontakt mit dem Menschen steht und einen permanenten Wissenaustausch hat. Man investiert grundsätzlich eigentlich nur sein eigenes Know-How als Consultant, aber kann damit einen entscheidenen Unterschied in einem Unternehmen oder im Leben einer Einzelperson machen. Und genau das, also jemand anderem zu helfen und gleichzeititg selbst immer wieder mit neuen Aufgaben bzw. Projekten konfrontiert zu sein, macht den Consultingbereich für mich interessant. Vielleicht werde ich nicht in den nächsten zwei Jahren in diesem Bereich arbeiten, aber vielleicht irgendwann. Und darauf will ich mich optimal vorbereiten. Und zu dieser Vorbereitung zählt natürlich auch, sich mit Leuten zu unterhalten, die bereits einen Schritt in die Richtung gemacht haben, in die man selbst auch gehen möchte.
Deshalb traf ich mich an diesem Abend mit Gerado und er lud mich in ein kleines Kaffee ein, wo es nach seiner Meinung die beste heiße Schokolade in ganz AGS gibt. Mir als Süßigkeitenfreak und Absitinezler seit knapp einem Monat wurde alleine schon bei dem Gedanken an ne gute, heiße Schoki schon ganz wohlig. Und tatsächlich: die Schokodale war echt suuuuuper lecker. Die Schokolade wurde, wie ihr unten auf dem Bild sehen könnt, in die heiße Milch eingerieben und hatte ein ganz besonderes Aroma. Ahh, lecker! Kaba is nix dagegen meine Freunde! Während ich mich für die klassische heiße Schoki entschied, nahm Gerado eine Schokolade mit Chilligeschmack. Welcome to Mexiko! Sogar bei der heißen Schoki können die Mexikaner also nicht auf ihr geliebtes Chilli verzichten. Hat mich eigentlich nur gewundert, dass es keine Tortiallas, Taccos oder Limonen dazu gab ;-) 
Während wir also unsere Getränken genossen, erzählte mir Gerado ein bisschen über seine Arbeit als Berater und über die Wirtschaft hier in Mexiko. Hier in Mexiko gibt es im Gegensatz zu Deutschland, wenige wirklich Global Player, also riesige Unternehmen die weltweit wirtschaften wie z.B. VW, Bosch, Daimler, Bayer, BASF usw. Stattdessen gibt es hier viele mittelständische Unternehmen und unzählig viele Kleinunternehmen. Diese Kleinunternehmen können z.B. kleine Essenstände sein oder kleine Elektronikläden. Der Consultingmarkt ist hier in Mexiko noch in den Kinderschuhen und ein zunehmends wachsender Markt. Während es in Deutschland Beratungsfrimen für alles möglich gibt und der Markt ziemlich übersättigt ist, kann man hier mit einer guten Beratung, sei es in Finance, Businessorganisation, Production oder Prozessmanagement usw. gutes Geld verdienen, wie Gerado mir erzählte. Für mich war das ein kleiner Augenöffner den bisher habe ich meine zukünftige Arbeitsstelle immer in Deutschland gesehen. Aber warum sollte ich nicht auch, zumindest für ein paar Jahre, im Ausland, vllt sogar hier in Mexiko arbeiten, wenn die Möglichkeiten hier viel größer sind als in Deutschland?  Bereit dazu wäre ich, auch wenn Mama und Papa da natürlich Mitspracherecht hätten ;-)
 
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Neben dem" Business-Talk" erzählten wir am Ende dann aber auch über die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Deutschland und Mexiko. Es ist schon verwunderlich, dass Deutschland mit seinen "nur" 80 Millionen Einwoher eine der stärksten und innovativsten Wirtschaftsmächte der Welt ist, aus dem jährlich neue, hochmoderne Entwicklungen und Produkte kommen und das weltweit bekannt ist für seine Erfindungen. Mexiko mit seinen knapp 120.000 Millionen und einem riesigen Land voller natürlicher Ressourcen, dagegen ist außer für die Erfindung des Farbfernsehens (worauf die Mexikaner sichtlich stolz sind), Carlos Slim als einer der reichsten Männer der Welt, und sein ausgezeichnetes Essen für relativ wenig in der Wirtschaft bekannt.  Woran liegt das? Nun, Gerado erzählte mir, dass Mexiko immer noch sehr sehr abhängig von den USA und sozusagen die Marionette in den Händen der Amerikaner ist. Knapp 80 % aller hergestellten Güter Mexikos gehen an die USA, 10 % werden im Inland verkauft und 5% nach Europa und 5% nach Südamerika. Der Großteil der in Mexiko produzierten Produkte geht also in die USA. Auch die deutschen Automobilhersteller wie VW, Audi, Daimler usw. produzieren hier in Mexiko, vor allem in Puebla und exportieren dann ihre Autos zollfrei in den riesigen und lukrativen amerikanischen Markt, da Mexiko ein Handelsabkommen mit den USA hat zollfrei importieren und exportieren zu können. Die USA sind also der bestimmende Faktor der mexikanischen Wirtschaft. Beschließt Amerika heute also keine Produkte mehr von Mexiko zu kaufen,dann liegt die Wirtschaft hier am Boden. Nur wenn es den Amerikaner gut geht, geht es also auch Mexiko gut. Obwohl man sich also als unabhängig rühmt, ist man irgendwie unabhängig abhängig. Die Mexikaner wissen das ganz genau. Und obwohl viele Mexikaner die Amerikaner nicht leiden können ("Pinche Gringos"), herrscht doch eine Art Hass-Liebe zwischen diesen beiden Staaten. Amerika ist einerseits der große Bruder und das Land in dem über 20 Millionen Mexikaner leben bzw. arbeiten, aber anderseits auch der schlimmste Gegner wenn um die eigenständige Enwticklung geht, gearde wenn man sich überlegt, dass über 80 % der in Mexiko produzierten Drogen in den USA konsumiert werden.

Nach einem sehr aufschlussreichen Gespräch machte ich mich dann gegen halb 10 nach einem langen Tag mit dem Taxi auf den Weg nach Hause. Die Taxis sind hier, im Vergleich zu Deutschland, echt so günstig, dass es sich gar nicht wirklich lohnt zu laufen. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die Mexikaner nicht wirklich gerne und viel laufen. Wenn möglich, wird hier immer gefahren. Züchel das wär dein Traumland hier ("Wie kann ma heiiid wannre gehe??) ;-)

Mein Taxifahrer an diesem Abend war super nett und als er merkte, dass ich nicht aus Mexiko, sondern aus Deutschland komme, war er gleich Feuer und Flamme. Er fragte mich natürlich was ich hier in AGS so mache, wie mir die Frauen gefallen, wie mir das Essen gefällt usw. Die Standardfragen halt. Zu diesen  genannten Standardfragen gehört "natürlich" auch die Frage: " Was denkst du über Hitler?" Diese Frage habe ich seit ich hier bin schon mindestens 50x gestellt bekommen und beantworten müssen. Hitler, so traurig das ist, ist immer noch eine der bekanntesten deutschen Personen zumindest hier in Mexiko. Auch die ungebildesten Menschen hier kennen Hitler und Deutschland wird automatisch mit diesem Namen assoziert. Falls jemand von euch also mal vorhat nach Mexiko zu kommen, seid euch darüber bewusst, dass euch die Frage nach Hitler zu 100% eines Tages gestellt werden wird. Ich rate euch deshalb, eine gute und verständnisvolle Antwort parat zu haben. Ich hoffe wirklich sehr das unsere Generation es schafft, Deutschland in der Welt so zu repräsentieren, dass die Leute irgendwann nicht mehr an Hitler denken, wenn sie Deutschland hören, sondern an ein starkes, multikulturelles Land, welches ausländische Gäste herzlich aufnimmt.  Ich bin mir darüber bewusst, dass viele Leute hier noch nie einen Deutschen getroffen haben und ich deshalb eine Respräsentationsfunktion habe. Ich versuche deshalb mein Land bestmöglich zu repräsentieren und hoffe falls ihr mal im Ausland lebt das Gleiche macht. Jeder von uns der irgenwann mal im Ausland lebt, hat die Möglichkeit die Meinung der Leute über Deutschland postiv und nachhaltig zu beeinflussen. Natürlich werde ich nicht alle Leute hier beeinflussen, das ist klar, aber wenn ich es schaffe, dass den 1000 Leuten die ich hier kennenglernt habe vielleicht 100 sagen: "Ja, ich glaube die deutschen sind echt ein geiles Volk!", dann habe ich meine Aufgabe hier erfüllt.

Am Dienstag dann stand eigentlich nichts wirklich spektakuläres auf dem Programm. Highlight war für mich die abendliche Tanzstunde. Da Diego momentan ziemlich bussy ist und ich mit ihm nicht regelmäßig zum Unterricht gehen kann, habe ich nun eine neue Partnerin. Sie heißt Paty und ist der die Schwester von Paco (alias Frank Duchmann). Ich habe sie letzte Woche beim Kochkurs kennengelernt und als ich sie fragte, ob sie Bock hätte mit mit zum Salsa-Unterricht zu gehen, sagte sie sofort :" Si quiero ir!" Ja ich hab Bock zu gehen. So habe ich nun eine neue Partnerin mit der ich zuverlässig zum Unterricht gehen kann und mit der ich auch wirklich üben kann, da sie den Frauenpart tanzt.
Und so gingen wir an diesem Dienstag das erste Mal zusammen zum Unterricht. Mittlerweile bin ich schon ein fortgeschrittener Anfänger, auch wenn ich natürlich immer noch einige Fehler mache gerade wenn ich mit den Frauen tanze. Mit meinen "Tanzküsten" verwirre ich doch ab und an meine Tanzpartnerinnen gewaltig. Aber das natürlich nur eine Verwirrungstaktik die ich gezielt anwende ;-) Eigentlich beherrsche ich Salsa ja aus dem Eff-Eff ;-)

Unser Tanzsaal
Paty und ich

Auch der Mittwoch ist relativ schnell erzählt. Ich verbrachte den ganzen Tag eigentlich damit meine mittlerweile ellenlange To-Do-Liste abzuarbeiten. Zu diesen Liste gehörten folgende Punkte:

1.) Neues Spanisches Buch kaufen --> Hintergrund: Spanisch verbessern

2.) Lebenslauf auf Englisch schreiben ---> Hintergrund: Vorbereitung auf Master-/und Job-Berwerbungen

3.) Youtube-Profil anlegen --> Hintergrund: Vorbereitungen für meinen eignen YouTube-Channel irgendwann

4.)LinkedIN-Profil anlegen ---> Soziales Netzwerk um professionell zu Netzwerken

Und obwohl dies nur vier Punkte für einen ganzen Tag waren, saß ich den ganzen Tag daran, sie abzuarbeiten. Und siehe da am Ende des Tages hatte ich trotz einiger Mühen, alle meine Punkte erreicht. Ihr könnt mich nun also bei Youtube oder LinkedIN hinzufügen wenn ihr Lust habt. Meine Name ist Pascal Keller.

Am Abend dann stand als kleine Belohnung für einen arbeitsreichen Tag ein Restrauntbesuch beim Italiener an. Gemeinsam mit Andre, Linda (frisch von ihrem LA-Kurztrip zurückgekommen), Erick, Carin und Andre ging ich ein kleines, aber sehr feines "italienisches" Restaurant. Einer von Andres Portugisisch- Studenten arbeitete dort, weshalb wir dort eingeladen waren zum Essen.
Bei einem mehr oder weniger guten Glass mexikanischem Rotwein und drei leckeren Pizzen verbrachten wir den Abend und sinnierten über unsere gemeinsame Zeit hier in AGS die sich so langsam aber sich nun dem Ende zuneigen wird. Schade, aber alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei....

Mexikanischer Rotwein...najaaaaaa



Am Donnerstag dann nach dem morgendlichen Pilats fuhr ich um 11 Uhr morgens gemeinsam mit Lorenia und deren Fahrer Angel zu meiner  neuen "Heimat" - naja zumindest ab Januar 2015. Denn wie einige bereits wissen werden, wird meine Arbeit als Deutschlehrer im MLB-Projekt Ende nächste Woche leider schon  zu ende gehen. Ab Januar werde ich dann in einem anderen, in einem neuen Projekt namens Global Leadership School (GLS) mitarbeiten. Das Projekt war einer der Gründe warum ich hierher nach Mexiko gekommen bin. Ich wollte unbedingt als Lehrer im Bereich Leadership und Entrepreneurship arbeiten, um auszuprobieren, ob ich in diesen Bereichen später vielleicht arbeiten möchte. Das GLS-Projekt gibt mir nun die Möglichkeit genau in diesen Bereichen zu unterrichten, denn ich werde in diesem Projekt Vorlesungen zu den Themenbereichen Entrepreneurship sowie Personal Development geben. Das GLS-Projekt wird an der Universidad Tecnológica El Retoño (UTR) stattfinden, sodass diese Universität ab Anfang Januar zu meiner neuen Arbeitsstätte werden wird. Ich hatte seit Wochen darauf gedrängt, dass ich gemeinsam mit der Universitätsleitung und AIESEC noch dieses Jahr ein erstes Projektmeeting habe, damit wir uns  kennenlernenen und über meine Arbeit im GLS-Projekt im Vorfeld ausführlich unterhalten können, sodass ich den Erwartungen der Uni auch gerecht werden kann. Und nun stand heute das erste Kennenlernen mit der Universität und der Universitätsleitung auf dem Plan.
Die UTR liegt ziemlich weit außerhalb vom Stadtzentrum entfernt, sodass wir +
rund 30 Minuten benötigten um mit dem Auto dorthin zu gelangen. Ich werde also nicht wie zum Emax einfach und schnell mit dem Bus hinfahren können, sondern werde auf eine Mitfahrgelegenheit morgens und abends angewiesen sein, die mich zur Uni und wieder nach Hause bringt, denn anders ist es beinahe unmöglich zur UTR zu kommen. Ich bin mal gespannt, wie sich das so gestalten wird. Aber bis dahin fließt noch viel Wasser die Queich hinunter und bisher habe ich ja hier für alles irgendwie eine Lösung gefunden. Ich bin also wie immer zuversichtlich:)
Als wir am Emax ankamen verschafften Lorenia und ich uns erstmal einen ersten Überblick über die Uni  und trafen dann Rodorigo, der schon auf uns wartete. Gemeinsam gingen wir in die Uni und  durch die sauberen und hellen Gänge schnurstracks zum "Headquarter" der UTR. Dort trafen wir die stelv. Universitätsleiterin und ihre Assistentin. Und die stellv. Unileiterin war verdammt hübsch. Zwar bestimmt schon über 40 Jahre aber puhhh, MILF, haha.  Nach kurzer Vorstellung der zwei Damen und kurzer Vorstellung meinerseits gingen wir in einen großen Konferenzraum und nahmen Platz. Die nächste Stunde unterhielten wir uns dann über meine Arbeit im Global Leadership School (GLS) Projekt an der UTR. Die Unileiterin wollte von mir wissen, wer ich bin, welche Erfahrungen ich mitbringe, was ich mir  unter dem Projekt vorstelle und was ich meinen Studenten unterrichten möchte, wie ich es unterrichten möchte usw. Es war also wie eine Art Jobinterview mit dem Unterschied, dass ich den Job bereits hatte. Wir tauschten uns also grob gesagt über unsere Arbeitserwartungen bzgl. des GLS-Projektes aus. Das Gespräch war äußerst angenehm und informativ für mich. Mir macht es nichts mehr aus mich in fremder Sprache ganz ohne Nervosität professionell mit neuen Leuten zu unterhalten, sympathisch aufzutreten und meine Ideen zu verkaufen. Dahingehend hat mir das duale Studium doch viele Vorteile gebracht, da ich mich auch dort in den unterschiedlichen Abteilungen  immer wieder mit neuen Leute unterhalten musste und gelernt habe selbstbewusst aufzutreten. Selbstbewusstsein ist denke ich das A und O um positiv und selbstsicher rüberzukommen und somit andere zu überzeugen. Nur wenn man von sich selbst und von seiner Meinung überzeugt ist, kann man andere auch überzeugen. Nur wer sich selbst verkaufen kann, kann auch seine Produkte verkaufen, so der einfach Grundatz Und genau das habe ich zumindest in der Grunzügen schon gelernt.

Nach dem einstündigen Gespräch nahmen mich die zwei Damen dann auf einen Rundgang durch die gesamte Uni. Sie stellten mich allen Mitarbeitern und zukünftigen Lehrerkollgen vor, zeigten mir die Kantine, die Lehrräume, die Cafeteria, die Küche und wir gingen sogar in zwei Unterrichtsklassen, um mich mit meinen evtl. zukünftigen Studenten bekannt zu machen. Es war wirklich ein himmelweiter Unterschied wie ich hier empfangen wurde, im Gegensatz zum Emax wo ich an meinem ersten Tag nicht mal wusste ob ich überhaupt Unterricht habe. Hier begrüßten mich alle mit einem Lächeln, einem netten Handschlag und jeder nahm sich Zeit für einen kurzen Smalltalk, sodass ich mich wirklich willkommen fühlte.
Auf dem Rundgang durch die Uni erzählten mir die zwei Damen dann einiges über die UTR. Die UTR wurde, so berichteten mir die Damen, erst vor zweieinhalb Jahren neu erbaut und erst seit zwei Jahren wird hier unterrichtet. Die Uni ist also noch blutjung . Sie wurde "auf dem Grünen" gebaut (Herr Herzog wäre jetzt stolz auf mich), das heißt am Reisbrett entwickelt und außerhalb der Stadt auf einer großen, grünen Fläche errichtet. Die Gebäude der Uni sind aufgrund des jungen Alters  modern und die Anlage super gepflegt aus. Die Studenten an der UTR sind zwischen 18 und 24 Jahre und können hier neben Buisness Administration, Mechatronik, HR sowie Informationstechnik studieren. Momentan gibt es rund 400 Studenten und drei Lehrgebäude und damit ist die UTR ivergleichsweise  klein im Gegensatz zur UAA die mehr als 100.000 Studenten und über 30 verschiedene Gebäude hat.  Hier ist alles ein, zwei, drei Nummern kleiner, aber dafür fühlt man sich relativ schnell heimisch, da alles recht übersichtlich ist. Mein erster Eindruck meiner neuen Heimat war also durchweg postiv. Sowohol die übersichtliche Größe der Uni sowie die moderne Anlage gefielen mir auf Anhieb. Am meisten jedoch war ich von dem herzlichen Empfang der Universitätsleitung überrascht. Das junge Lehrteam sowie die Universitätsleitungen machte auf auf mich einen super netten und sympathischen Eindruck.  Ich freue mich mit all den neuen Leuten zusammenarbeiten zu dürfen. Ich glaube ich bin hier absolut richtig, um wirklich was bewegen zu können, denn hier trifft meine Motivation auf ein junges, dynamisches Team, das für alle Ideen und Vorschläge sehr sehr offen ist. Ich bin sicher es wird ein sehr spannendes Projekt und eine gute Zeit für mich an der UTR werden. Nach dem Kennenlernen war ich zumindest noch mehr Feuer und Flamme, als ich es bisher schon für das Projekt war. Das Ganze wird eine neue und super interessante Arbeit sein, aus der ich sicherlich so einiges mitnehmen kann.

Nachdem Rundgang verabschiedeten wir uns herzlich und tauschten Nummern sowie Email-Adressen aus, um in den nächsten Wochen ein erneutes Meeting zu arrangieren, indem wir uns genauer über die Lehrinhalte unterhalten wollen. Bis dahin muss also mein grobes Konzept stehen und ich muss ehrlich gestehen, dass ich momentan noch nicht genau weiß, was ich und wie ich unterrichten möchte. Ich werde also die nächsten Wochen zielstrebig meinen Unterrichtsstoff erarbeiten müssen, damit das Projekt wie versprochen ein WIN-WIN für alle beteiligten Seiten wird, d.h. für die UTR, die Studenten und für mich. Also Arbeit wird also in den nächsten Wochen viel Arbeit auf mich zukommen, auf die ich mich aber freue, denn schließlich ist diese Projektarbeit momentan genau das was ich machen möchte.

Neben all den positiven Eindrücken an diesem Vormittag gab es dann noch eine weitere erfreuliche Nachricht für mich. Die erfreuliche Nachricht, war die Tatsache, dass ich neben der Arbeit im GLS-Projekt zusätzlich noch als Deutschleher an der UTR arbeiten werde. Die Universitätsleitung erzählte mir, dass ab dem nächsten Semester hier Deutsch als zweite Fremdsprache neben Englisch und Japanisch angeboten werden soll und sie dabei mit mir als Lerhkraft für Deutsch im Bereich A1, also für Deutschbeginner planen. Sie hatten von meiner guten Arbeit am Emax gehört und wollten mich nun also als Deutschlehrer verpflichten. Das Angebot nahm ich natürlich ohne zu zögern an.  Da die Arbeit als Deutschlehrer zusätzlich zu meiner Arbeit im GLS-Projekt stattfinden wird, werde ich für diese Arbeit auch bezahlt, so berichtete mir die Universitätsleitung. Jihebbba! Für jede Unterrichtsstunde werde ich dann, im Gegensatz zu meinem bisherigen Job, mit einem gewissen Stundensatz bezahlt. Wie hoch dieser genau ist, darüber haben wir noch nicht gesprochen, aber grundsätzlich ist jeder Pesos den ich bekomme zusätzliches Geld mit dem ich nicht gerechnet habe. Gerade vor dem Hintergrund, dass ich auch kostenlos arbeiten würde ist das also eine super Sache für mich. Das Geld kann ich sicherlich gut gebrauchen und werde einen Großteil davon an meine Gastfamilie hier weiterleiten bzw. zum Reisen verwenden.

Im Folgenden ein paar Bilder der UTR:

Haupteingang der Universidad

Das Logo der Universidad

Die gepflegte Anlage der UTR


Das Haupthgebäude der Universidad
Nach diesem rundum gelungenen Vormittag an der UTR, lud mich Rodrigo dann zum Mittagessen in einem der unzähligen Restaurants hier in AGS ein. Während sich Rodrigo typisch mexikanisch einen der leckeren, aber vor Kalorien nur so trotzenden Burger reinhaute, gabs für mich heute aunahmsweise mal was wirklich gesundes zu essen- einen Salat. Ihr könnt es glauben oder nicht, aber einen Salat hier zu essen ist so ungewöhnlich, wie eine Mahlzeit ohne Fleisch, Limonen und Salz zu essen. Dementsprechend war das erst mein zweiter überhaupt, seit ich hier in Mexiko bin, haha. Ich genoss diese grünen Blätter wirklich nach all den Taccos, Tortillas und Gorditas und dabei unterhielten Rodrigo und ich uns zwei Stunden sehr sehr angenehm über alles mögliche. Das Essen war also der optimale Ausklang für meinen Donnerstagmittag.
Rodrigos Mexiko-Burger
Am Abend stand dann außer Unterricht und Salsa-Klasse nicht mehr viel an und ich fiel müde aber glücklich um 10 Uhr abends ins Bett.

Am Freitagmorgen dann ging es dann früh aus den Federn, um eeeeeendlich meinen Blogpost fertig zu schreiben. Als ich dies nach rund 2,5 Stunden mühsamer Schreibarbeit erledigt hatte, musste ich mich dann auch so gleich wieder fertig machen. Heute Mittag war ich zu einem Vortrag an Rodrigos Universität, der Universidad Politécnica de Aguascalientes (UPA) zu einem Vortrag in einer Deutschklasse eingeladen. Diese Einladung nahm ich an meinem "arbeitsfreien" Freitag sehr gerne an. Die UPA ist weitaus älter und größer als die UTR und die zweitgrößte Universität hier in Aguascalientes.Leider jedoch ist sie mindestens genauso weit weg von meinem Haus wie die UTR, sodass ich rund 25 Minuten mit dem Taxi brauchte um zur Uni zu kommen. Aber anstatt wie in Deutschland ein kleines Vermögen für die Taxifahrt zu bezahlen, kostete mich die Fahrt nur schmale 40 Pesos (zwei Euro) und ein paar Nerven mit dem Taxifahrer der keinen Plan hatte wo genau wir hin mussten. Naja, letztlich schafften wir es dann doch noch an die UPA, wo mich Rodrigio empfing. Rodorigo führte mich erstmal über das Universitätsgelände und ich konnte mir so ein Bild über die UPA machen. Genauso wie die UTR, war auch diese Universität äußerst modern gebaut und das Gelände sehr sehr gepflegt. Die Bildungseinrichtung hier in Mexiko entsprechen äußerlich auf jeden Fall europäischen Standards. An dieser Stelle lasse ich einfach mal die Bilder sprechen:









Als wir am Informationsschalter angekommen waren, begrüßte uns nach kurzem Warten ein junger Herr namens Douglas. Das erste was mir an ihm auffiel war sein wirklich dunkels Haar und sein rost-roter Vollbart, womit er für mich aussah wie ein Ritter und mich ein bisschen an meinen Freund Jonas B. aus A. erinnerte ;-) Das zweite was mir auffliel war, dass er Deutsch sprach. Zwar mit einem leicht mexikanischen Akzent, aber doch realtiv gut. Douglas war also der Deutschlehrer hier an der UPA und in seiner Klasse durfte ich heute meinen Vortrag geben. Douglas hatte fast zwei Jahre in Deutschland gelebt, ein Jahr davon in Köthen (wer nicht weiß wo diese weltbekannte Stadt liegt, sollte sich an dieser Stelle gewaltig schämen ;-)). Er erzählte mir, in wirklich gutem Deutsch, dass er die Leute dort überhaupt nicht verstand, da alle Worte mit Ö oder Ü ausgesprochen wurden. Ich konnte da nur schmunzelnd anmerken: Willkommen in Ost-Deutschland, haha!

Gemeinsam ging wir dann in den Klassenraum und ich breitete meine mitgebrachte Powerpoint-Präsentation vor. Und dann hieß es warten. Eigentlich sollte der Unterricht um 14 Uhr beginnen, aber um 14.30 Uhr war genau ein Student da. Als war dann eigentlich schon wieder zusammenpacken wollte, kamen dann doch noch einige Studenten und nach und nach füllte sich der Saal bis am Ende knapp 40 Studenten da waren. Zwischenfazit:
1.) Es gibt doch einige Studenten hier in AGS die in Deutschland interessiert sind
2.) Die mexikanische Uhr tickt halt eben doch ein bisschen anders als die deutsche ;-)

Etwas verspätet begann ich dann also meinen Vortrag über Deutschland, seine Städte, Wirtschaft, Traditionen usw. Ich hielt den Vortrag in einem Mix aus langsamen Deutsch, Englisch und Spanisch, sodass mich jeder verstehen konnte. Die Studenten war von der ersten Minuten bis zur letzen Minute super aufmerksam und interessiert an dem ich da so zu erzählen hatten und fragten immer wieder nach. So entwickelte sich dann aus einem 15-Minuten Vortrag letztlich ein Frage und Antwort-Spiel zwischen mir und den Studenten. Diese wollten natürlich wissen, was so der Unterschied zwischen Deutschland und Mexiko ist, wie das Bier in Deutschland schmeckt, was wir Deutsche über Mexiko denken, was man in Deutschland studieren kann, wie die Universitäten aussehen, ob wir warmes Bier trinken, welche Fußballmannschaft ich in Deutschland favorisiere, ob die mexikanischen oder die deutschen Frauen heißer sind, wie unser Regierungssystem ist, was ich über Hitler denke und und und.... Es gab so einiges zu ezählen!
Ich stand also ganz alleine da vor all den Studenten und versuchte so ehrlich und so sympathisch wie möglich zu antworten, denn ich denke letztlich ist Humor doch der kürzeste Draht zwischen zwei Menschen. Ich denke mir ist die Präsentation ganz gut gelungen, zumindest deutete ich so den warmen Applaus am Ende des rund zweistündigen Vortrags. Nach Ende des Vortrags kamen dann einige Studenten auf mich zu und baten um meine Mithilfe bei der Suche für ein Auslandssemester  oder einem Praktikum in Deutschland und sicherte meine Hilfe zu. Andere Studenten wollten meine Nummer, um mal mit mir feiern zu gehen und ein paar Mädels kamen, um meinen Facebook-Namen zu erfahren. Jeder hat also so seine eigenen Bedürfnisse ;-)
Am Ende luden mich Douglas und die Studenten dann noch zu einem deutschen Weihnachtsmarkt ein, der am Samstagabend stattfinden sollte. Es war also mal wieder ein gelungener Nachmittag, an dem ich viele neue Bekannschaften gemacht und einige Leute von Deutschland begeistert hatte. Aufgabe und Ziel also erfüllt. Check!

Nach dem Vortrag ging es dann wieder nach Hause und als ich auf mein Handy schaute hatte ich all ca. 100 neue Nachrichten. Was war? Natürlich heut war ja die Night of the Graduates, also die Nacht der offiziellen Zeugnisübergabe des Bachlorabschlusses. Und das ohne mich, der Galionsfigur der DHBW Mannheim und der D5-Stahlakademie, den pfälzischen F...fehler.....wer sollte denn nun für all die peinlichen Momente und das Dummgebabbel auf dieser Veranstaltung sorgen?? Niemand? Ich war schon ein bisschen traurig, da nicht dabei sein zu können aber so ist das nunmal im Leben: "You can have anything in life, but not everything!" Und ich habe mich eben für Mexiko entschieden....
Naja ich konnte mich zumindest den Bildern nach zufolgen auf meinen Studienkurs WIN11F verlassen, dass das Bier im Mannheimer Rosengarten nicht kaputt geht. Und dann gab es da natürlich noch die wirkich sensationelle Nachricht, das mein guter, alter Freund Bastian S. aus dem schönen Lippstadt tatsächlich als bester Absolvent des Studienjahrgangs ausgezeichnet wurde. Respekt! Da hatte sich also augenscheinlich die harte Wintervorbereitung im Winter 2013  im schönen Hauenstein mitsamt der wohl härtesten Weinprobe aller Zeiten beim Weingut Bollinger und anschließendem Pälzer-Kulturschock auf dem Familiengeburtstag gelohnt. Nur die Harten kommen in den Garten!
An dieser Stelle nochmal Glückwunsch an dich Basti mein Freund und danke für all die unvergesslich witzigen Momente. Ich vermiss dich hier!! Aber auch Glückwunsch an alle anderen WIN11Fler, ihr seid einfach ein geiler Haufen, der mir eine grandiose Studienzeit in Mannheim beschert hat. Viel Erfolg auf euerem persönlichen Berufsweg!

Night of the Graduates WIN11F ohne die Galionsfigur P.Keller ;-)
Nach dem ich meine sehnsüchtigen Gefühle nach Mannheim hinter mir gelassen hatte, stand dann Abend um 8 Uhr dann Fußball auf dem Programm. Um 8 Uhr war unsere Mannschaft jedoch nur zu viert, anstatt zu 7 sodass wir die Partie mit drei Mann Unterzahl begannen und schnell 0:2 zurücklagen. Nach und nach tauchten dann Spieler unserer Mannschaft auf, bis wir dann kurz vor der Halbzeit endlich 7:7 spielen konnten. Bis kurz vor Ende des Spiels lagen wir 2:4 zurück doch in den letzten drei Minuten schafften wir dann noch den glücklichen Ausgleich und retteten uns so ins Penaltyschießen, denn auf dem Kleinfeld gibt es hier in Mexiko immer einen Sieger. Also ab zum Elferschießen.
Nach dem unserer erster Schütze getroffen hatte, nahm ich mir völlig selbstbewusst den zweiten Elfer und.... verschoss desaströs in bester Bad-Sobernheim-Gedächtnismanier gegen einen Torhüter der sich kaum bewegen konnte. Peeeeeinlich! Ich bin wohl nicht fürs Elferschießen gemacht....
Glücklicherweise verschoss die gegnerische Mannschaft auch den folgenden Elfer, sodass es wieder ausgeglichen war. Danach trafen dann alle weiteren Schützen, sodass es auf zu einer neuen Runde ging. Bei meinem zweiten Versuch hatte ich dann schon ein bisschen Schiss wieder zu verschiesen und diesesmal....traf ich souverän flach neben den Pfosten. Nach über insgesamt 40 Elfer, verschoss dann die gegnerische Mannschaft und so gewannen wir auch dieses Match. Meine Mexiko-Weste blieb also weiterhin blütenweiß, naja abgesehen von den kleinen Dreckspritzer des verschossenen Elfers.

Am Abend dann ging ich zusammen mit Kary zu einem Geburtstag zu dem wir eingeladen waren. Dieser Geburtstag war jedoch zum Vergessen, denn außer einem schlechten Magaritha und einem langweilen Rumsitzen gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen, weshalb ich es auch an dieser Stelle damit belasse.

Die Geburtstagscrew an Jessis Geburtstag

Joooohooo
Am Samstag hieß es dann wie üblich um halb neun aufstehen und aufräumen. Hilft ja alles nix!
Das einizige positive an dieser Sache war, dass ich somit relativ früh wach war und einige organisatorische Dinge erledigen konnte an diesem Vor-bzw. Nachmittag wie z.B. Masterbewerbungen, Einkaufen,Blog verbessern usw. Zudem hatte ich Zeit einen Runde laufen zu gehen bevor ich mich dann am Abend mit Linda traf. Gemeinsam machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zu dem deutschen Weihnachtsmarkt zu dem ich am Vortag eingeladen wurde. Natürlich wollten wir uns es nicht entgehen lassen, wie die Mexikaner hier einen deutschen Weihnachtsmarkt interpretieren. Der Weihnachtsmarkt fand in einem großen Garten statt, etwas außerhalb der Stadt. Als Linda und ich den "Weihnachtsmarkt" betraten, waren wir beide einfach nur überrascht. Einerseits hatte das so gar nichts mit einem typischen deutschen Weihnachtsmarkt zu tun, d.h. es gab keine Weihnachtsmarktstände, Weihnachtssachen zu kaufen bzw. weihnachtliche Deko oder Musik, aber andererseits war die Location wirklich cool dekoriert und es gab neben Glühwein auch kleine Brezel und "deutsche" Currywurst. Douglas, der Veranstalter der Party, hatte also versucht zumindest das typische Weihnachtsmarktessen nach Mexiko zu bringen. Ich würde euch ja jetzt gerne ein paar Bilder zeigen, aber leider musste ich heute feststellen, dass ich zwar an diesem Abend meine Kamera dabei hatte und unzählige Fotos machte, aber leider ohne Speicherkarte. Ich hass mei Läwe :(

Auf der Party trafen wir dann noch Alan, einer meiner Studenten, sowie Erick, Lindas Liebhaber wenn man das so sagen darf ;-) Neben vielen Mexikaner die fast alle ein bisschen Deutsch sprachen. trafen wir auch weitere Deutsche. Es war eine Gruppe deutscher Mädels und Jungs zwischen 16-18 Jahre die hier in AGS ein Austauschjahr machen. Natürlich unterhielten wir uns und lernten uns ein bisschen kennen. Die deutschen Mädels, im Vergleich zu den Mexikanerinnen, sahen mit 16 schon aus wie 22 Jahre während es sich mit den Mexikanerinnen genau umgekehrt verhielt. Zwar sahen sie älter aus als ihr Alter, aber ihr Verhalten erinnerte mich an die guten alten A65-Zeiten, als ich mich mit 16 Jahren cool und saustark fühlte, obwohl ich Kopf noch ein Kind war. Und so machten wir nur ein bisschen Smalltalk, denn an mehr war ich nicht interessiert. Stattdessen probierten wir den Glühwein und Linda gönnte sich eine Currywurst mit Pommes. Während der Glühwein wirklich sehr lecker war und mich mal wieder ganz schnell betrunken machte, war die Currywurst sagen wir mal so lalla. Die Würste hier in Mexiko sind einfach nicht mit den deutschen Würsten zu vergleichen. Sie haben kaum einen eigen Geschmack, sind ser fein und nicht würzig. Hauptsächlich essen die Mexikaner neben Chorizo vorallem Salchichas. Diese sind zwar einerseits lecker als Snack, aber können mit einer echten deutschen Bratwurst eben 0,0 mithalten
Salchichas-Würste in Mexiko
Für einen echten Deutschen kann man mit so einer Wurst keine echte Currywurst machen. Geht gar nicht! Naja, aber wenigstens hatten die Mexikaner es versucht und das ist ja schließlich alles was zählt. 

Nach dem netten "Weihnachtsmarkt"-Besuch, verabschiedeten wir uns dann gegen halb 10 und machten uns mit Ericks Auto, was mich stark an unseren alten, lilanen, quietschenden Astra erinnerte, auf zur Abschiedsparty von Linda Pasta und Carin, welche in einer Karaokebar stattfand. Beide hatten ihre letzte Nacht in AGS an diesem Samstag und reisten am nächsten Tag ab. Natürlich wollten wir da dabei sein. Leider durfte Linda trotz ihrer 27 Jahre nicht in die Bar, da sie nicht ihren originalen Ausweis mit hatte. Hier kannst du also ungehindert über rote Ampeln fahren, Drogen und Raubkopien auf der Straße kaufen, aber mit 27 Jahren nicht in eine Karaokebar....Willkommen in Mexiko!

Naja ich ließ mir davon nicht den Abend verderben und stürtze mich voll rein ins Vergnügen. Wir bestellten erstmal ne Flasche Rum mit Cola und hörten uns all die selbsternannten Karaokestars an. Wie immer gab es da richtige Naturtalent genauso wie Hörvergewaltiger zu bestaunen. 
Die Stimmung in der Bar war aber wirklich super und alle Lieder wurde lautstark von allen mitgesungen. Musik ist für die Mexikaner verdammt wichtig. Sie sind stolz auf ihre verschiedenen Musikarten, die sie in ihrem Land haben und fast immer singen alle lautstark mit. Mir gefällt das, zeigt es doch den Nationalstolz und das leidenschaftliche mexikanische Temperament. Nachdem Linda Pasta ihr ganzes Gesangstalent gezeigte, traute  auch ich mich nach einigen Whisky-Cola zusammen mit Kary auf die Bühne und gemeinsam sagen wir meinen Lieblingssong "Yo no se manana" von Luis Enrique. Leider konnte ich den spanischen Text nur so halbwegs, weshalb die Strophen eher so klangen: "ubuubuuububuuuuuuububuu".....Ich konzentrierte mich voll und ganz auf den Refrain, den ich beherrschte und wo ich voller Inbrunst mitsang sowie ein bisschen Salsa tanzte. Das ganze war eine rießen Gaudi und das Publikum hatte auch sein Spaß. Ich lieb Karaoke!
Den Rest des Abends verbrachten wir dann damit hemmlungslos zu tanzen und zu trinken. Kary, Carin, Linda Pasta, Andre und ich brahcten dieTanzfläche sprichwörtlich zum brennen und der Alkohl mich zum schwanken. Glücklicherweise wollte Diego um halb 3 Uhr schon nach Hause und nahm mich mit, denn für mich war es echt genung. Ich stieg ins Auto und schlief ohne einen Ton zu sagen ein. Diego beleidigte mich nur als "Pinche borracho!" also "Verdammt betrunken!". Ja das war ich an diesem Abend, aber es hatte sich gelohnt, denn es war wirklich ein super Nacht gewesen.

Die Party-Crew
Party-Mood: On!

Läuft!

Nicht so super war dann aber das Aufstehen am nächsten Morgen, um mich fürs Fußballspiel fertig zu machen. En kleinen Kater hatte ich schon.  Das war natürlich nicht die optimale Vorbereitung auf ein Spiel, aber ich sehe das Ganze hier nicht so eng wie in Deutschland.

Moiiiichend!
Nach einem guten Rührei und einem Liter Wasserzufuhr war ich dann wieder aufm Dampfer und bereit fürs Spiel. Danny holte mich um halb 12 ab und im Auto warteten schon die Jungs auf mich. Mittlerweile kann ich sogar ein bisschen mit ihnen dumm labern und sie freuen sich natürlich über jedes beleidigende Wort das ich sagen kann. Wie in Deutschland kommen Beleidigungen über einen kleinen Pimmel, Homos und die hässlichen Chicas am besten an :D Ich weiß es ist dumm, aber es ist verdammt witzig. Vorallem Brandon einer meiner Mannschaftskollegen babbelt eigentlich nur dumm und versucht mich zu beleidigen. Ich liebe ihn dafür, auch wenn ich nur 20 % von all seinen Sprüchen verstehe, weil Brandon irgendwie kein Spanisch sondern Mexikanisch spricht, das für mich unverständlich ist. Brandon ist ein richtig guter Typ, wie fast all die Jungs aus meiner Equipo hier. Ich bin wirklich froh, dass ich mit den Jungs kicken darf!

Die Umkleidekabinen in Mexiko ;-)
Brandon und ich
Fußball unter der Sonne Mexikos
Das Spiel an diesem Sonntag verlief weniger gut und es war tatsächlich soweit. Ich verlor mein erstes Spiel seit ich hier in Mexiko bin. 2:3 Niederlage. Neeeeeeeeeeein! Trotz eines Kopfballtores und eines Assists hatte es nicht gereicht an diesem Sonntag, denn wir waren in fast allen Belangen unterlegen. Nach dem Spiel gab es dann eine sehr emotionale Mannschaftssitzung, denn die letzten Spiele waren allesamt nicht wirklich berauschend und so ist unsere Qualifikation für die Finals in ernster Gefahr. Wir müssen nun die beiden nächsten Spiele gewinnen, um sicher qualifiziert zu sein. Das wird schwierig genug werden.

Nach dem Spiel schaute ich dann auf mein Handy und wieder hatte ich über 50 Nachrichten drauf. Was war diesmal passiert? Irgendeine Tussi aus AGS hatte viele meiner Freunde in Deutschland im Facebook angefragt inklusive mir. Natürlich feierten mich alle dafür, dass ich anscheinend so gut über meine Freunde und über die deutschen Männer hier erzähle, dass die Mexikanerinnen schon ganz verrückt auf uns deutsche Männer werden, aber die Wahrheit ist: Ich kenne diese Tussi nicht, genauso wenig wie ihr! :D Als ich sie fragte warum sie mich und meine Freunde adden will, antwortete sie nur: Ich hab dein Profil gesehen und fand dich heiß! Genau das gleiche war mit deinen Freunden!"
Ahaaaaa. # läuftbeiunsalso # Mexikanerinnenwollennurdeutschemänner #punkte?





Am Sonntagnachmittag dann traf ich mich mit Diego, Linda, Carin, Andre, Erick und Kary. Heute war Carins letzer Tag in AGS und diesen wollten wir nochmal zusammen verbringen. Natürlich wollte sie nochmal das leckere mexikanische Essen genießen, also gingen wir Las Antorchas einem der besten Restaurants hier in AGS.  Das Restaurant war "gerammelde voll", denn Sonntag ist der typische Tag an dem mexikanische Familien essen gehen, anstatt zu kochen. Ich meine Mexikaner gehen immer gerne essen, aber an Sonntagen besonders gerne, haha.

Sonntagsessen in Las Antorchas

Nach dem leckeren Mittagessen, sahen wir dann eine kleine Parade am Plaza Principal. Die Parade war von der Kirche aus und sehr traditionell mit Kostümen und mexikanischer Musik. Die Stadt war an diesem Sonntag bei bestem Wetter natürlich sehr gut besucht und für mich war diese kleine Parade, so unscheinbar sie auch war, wieder ein kleines Highlight.. Ich mag AGS mittlerweile sehr. Ich mag das Leben hier. Es ist eine sehr kleine, aber gemütliche Stadte in der man ohne Hektik leben kann. Die Leute sind super nett und das Wetter optimal für mich. Ja, ich fühle mich noch immer wohl!

Leute am Plaza Principal


Die kleine Parade in den Straßen von AGS


Die Jungfrau Maria darf da natürlich nicht fehlen


Für den Rest des Nachmittags entschlossen wir uns Bowlen zu gehen. Auch wenn ich im Vorhinein ein großes Mundwerk hatte, dass ich sowieso nur Strikes mache und niemand eine Chance gegen mich habe wird, ich Gegner und keine Opfer brauche, zeigte sich mal wieder, das Bowlen nicht zu meinen Stärken gehört. Während all einen Strike schmissen, wartete ich auf meinen vergeblich....Vielleicht kommt er ja zu Weihnachten, wer weiß ;-)
Sellfie mit Kary und Diego

Läuft da was? ;-)
Herr Galindo am Werk

Frau Riojas mit kraftvollem Schwung

Unser letztes gemeinsames Gruppenfoto :(

Am Abend dann schlenderte ich noch mit Kray über eine Art kleinen Weihnachtsmarkt hier in AGS. Hier kann man typische Weihnachtsartikel kaufen und natürlich allerlei mexikanische Spezialitäten essen und trinken. Es war wirklich ein sehr netter Markt und ich kaufte ein paar Kleinigkeiten für Diegos Schwester und für Diego selbst. Kary und ich erzählten viel über Weihnachten und dessen Bedeutung für uns. Natürlich lachten wir uns auch über so manche schrägen Weihnachtsgeschichten schlapp.
Der Weihnachtsmarkt in AGS

Kary und ich

Typische Weihnachtsartikel hier in AGS

Und so schließt sich für heute der Kreis. Weihnachten am Beginn und Weihnachten am Ende dieses Posts. Es war ein sehr sehr netter Ausklang einer wieder einmal guten Woche hier in AGS.

Ich hoffe ihr habt bis zum Ende durchgehalten und euch hat gefallen, was ich geschrieben habe. Falls ja lasst es mich wissen.

Bis in einer Woche und einen schönen dritten Advent,

euer Pascal






Freitag, 5. Dezember 2014

Und schon sind zwei Monate vergangen...

Buenos dias und Moiinsen Digga,

ich bins mal wieder, euer mexikanischer Lieblings-Pascal und euer wöchentliches Murmeltier in eurem Lieblingsblog. Herzlich Willkommen zu einer weiteren Ausgabe: Mi vida en Mexico- mein Reisetagebuch, mit mir und meinen Erlebnissen in der Hauptrolle. Heute mit Episode 15. Ja tatsächlich, du geiler Typ hast mittlerweile schon 14 Blogeinträge von mir gelesen und obwohl ich hier mittlerweile schon so viel geschrieben habe, dass es für Harry Potter 6 und 7 reicht, bist du immer noch dabei und liest fleißig bis zum Ende jede meiner poetischen Zeilen. Mittlerweile hat mein Blog die 3000 Klicks-Grenze überschritten. Wer auch immer da so wild klickt,  ich finde das ist großartig. Und um unseren Titan, Oli Kahn, zu zitieren: "Es geht immer weiter. Immer weiter! Nicht aufhören!"

Wieder einmal möchte ich heute versuchen euch mit meinem Blog zu unterhalten, zu informieren und euch Einblicke in den mexikanischen Alltag zu geben. Denn mein Blog soll sich durch drei Schlagworte auszeichen: Frisch.Frech.Informativ.
Also auf gehts in eine neue, aufregende Woche in Mexiko, voller neuer Erfahrungen. Bevor ich jedoch damit anfange möchte ich euch hier in meinem Blog auf eine wichtige Botschaft aufmerksam machen: 
Hier in Mexiko gibt es momentan extreme politische Unruhen vor allem in den Großstädten wie Mexico City und Guadalajara. Warum?
Vor rund einem Monat sind in der Nähe von Acapulco 43 Studenten spurlos verschwunden, nachdem sie einige Tage vorher scharf gegen die Regierung protestiert hatten. Vielleicht hat der ein oder andere ja darüber in der Zeitung oder auf Facebook gelesen. Immer wieder gibt es in Mexiko Vorfälle, bei denen Menschen eiskalt getötet werden oder einfach spurlos verschwinden. Dies ist beinahe schon so alltäglich, dass sich darüber niemand mehr wirklich aufregt. Die Mexikaner gehen wirklich nur auf die Straße, wenn sie etwas über längere Zeit dermaßen stört, dass es keine andere Möglichkeit gibt außer zu protestieren. Da kleine Mordfälle aber zur Tagesordnung gehören, ist das noch lange kein Grund sich groß aufzuregen. Ich finde das erschreckend! Aber das Verschwinden der Studenten hat nun das Fass zum Überlaufen gebracht und Studenten sowie Bürger gehen nun auf die Straßen, um gegen die aktuelle Regierung zu protestieren. Es herrscht hier momentan eine sehr angespannte Lage in Mexiko, auch wenn ich davon in AGS recht wenig mitbekomme. Meine Bitte an euch ist folgende: Schaut euch einfach mal das untenstehende Video an und wenn ihr Lust habt teilt es. Ich denke es ist wichtig, auf die Probleme hier in Mexiko aufmerksam zu machen und in der Welt ein globales Bewusstsein dafür zu schaffen. Mexiko ist ein absolut fantastisches Land, hat aber sehr mit seiner politsch instabilen Lage, der Korruption, der Mafia und den Drogen zu kämpfen. Ich finde es sehr schade, dass viele Leute aufgrund der negativen Berichterstattung in den internationalen Medien über Mexiko ein sehr schlechtes Bild von diesem Land haben. Zwar machen die kriminellen Vorfälle vielleicht nur etwa 5 % aller insgesamt positiven Dinge über Mexiko aus, aber diese 5% schaffen es in die Wahrnehmung der Leute und schaffen damit ein Image der Gewalt und der Drogen zu kreiiern. Es ist deshalb Zeit daran etwas zu ändern, die Kriminalität zu stoppen und Mexiko in ein besseres Licht zu rücken. Vielleicht kann dieses Video ja dabei helfen:

What`s happening in Mexico right now:
 

Nach diesem kurzen Exkurs nun aber zurück zum Wesentlichen ;-)
Mittlerweile bin ich schon fast genau zwei Monate in Mexiko. Jaaa, zwei Monate sind schon vergangen. Ein Drittel meiner Zeit hier in Mexiko ist schon vorbei. El tiempo vuela. Die Zeit fliegt!! Es ist Wahnsinn wie schnell diese ersten zwei Monate hier vergangen sind. Nach diesen ersten zwei Monaten kann ich festhalten, dass es für mich absolut die richtige Entscheidung war hier her zu kommen. Es war auch ein bisschen Zufall, dass ich hier nach Mexiko gekommen bin, aber umso glücklicher bin ich, dass ich dieses großartige Land für meine erste große Auslandsreise gewählt habe. Die zwei Monate bisher in Mexiko waren wohl mit die eindruckvollsten, aufregendsten und besten Monate meines Lebens, beruflich, aber vor allem persönlich. Für das was ich bisher hier gelernt habe, dafür habe ich in Deutschland rund 1 Jahr gebraucht. Die unzähligen Nachrichten, die mich bisher erreicht haben von unterschiedlichen Leuten, die mich um meine Erlebnisse und Zeit hier beneiden, mich mir umso klarer, dass sich all die Mühen hier her zu kommen gelohnt haben. Im Gegensatz zu vielen Freunden und Studienkollegen (an dieser Stelle die besten Grüße an meinen Studienkurs WIN11F), die sich für die sichere Variante und den Berufseinstieg entschieden haben, bin ich ein Risiko eingegangen und habe ich mich für meinen kleinen Traum entschieden im Ausland zu leben. Und nun darf ich diesen kleinen Traum leben und voll auskosten. Und das fühlt sich verdammt gut an. Und obwohl ich euch natürlich ab und zu vermisse, insbesondere meine Familie und engen Freunde, fühle ich bisher keinerlei Heimweh. Was ich fühle ist, dass die kommenden Monate und Jahre vielleicht zu den besten Monaten und Jahren werden können, wenn ich all das umsetzen kann, was ich mir vorgenommen habe.Seit ich hier bin habe ich gemerkt, dass das Leben so unendlich viel bietet, dir jeden Tag etwas schenkt, wenn du mit offenen Augen, nem wachen Blick für neue Möglichkeiten und nem Lächeln durch die Straßen läufst. Ich bin super aufgeregt und freue mich auf alles was in den nächsten Monaten so auf mich zukommt. Let`s go and make to best out of it!!

Meine letzte Woche startete sehr gemächlich am Montag. Ich hatte einige organisatorische Dinge zu erledigen und habe dabei mal wieder festgestellt, dass O2 wohl den schlechtesten Kundenservice aller Zeiten hat. Da jemanden zu erreichen ist wohl schwieriger, als beim Papst ne Audienz zu bekommen, wirklich Wahsinn. Schließlich habe ich dann doch jmd erreicht und nun wurde mir garantiert, das mein Vertrag nächsten Monat stillgelegt wird....Überragend, nachdem ich bereits zwei Monate hier bin und jeden Monat für nichts meine Rechnung bezahlen muss. Ahhhr, fucking O2!
Naja, neben diesem Ärgerniss gab es an diesem Montagmorgen auch noch ein paar schöne Nachrichten:

Nachricht 1: Das Wetter hier ist immer noch verdammt geil. Auch wenn es nachts verdammt kalt ist und man ohne dicken Pulli und drei Decken nicht schlafen kann, so ist das Wetter tagsüber immer noch voll mit schönem Sonnenschein.
Nachricht 2: Skypen mit meinem Freund Christian "Schenner" Schuhmacher is schon überragend. Nach dem Skypegespräch konnten wir beide feststellen: Mir sin genauso dumm wie immer!! Geil!
Nachricht 3: Bei der Vorbereitung auf meinen Unterricht, habe ich festgestellt, dass wir Deutschen zwei Weltkriege angefangen und zwei Weltkriege eindrucksvoll verloren haben und trotzdem heutzutage das beliebteste Land auf der Welt sind. Und Deutschland ist damit vielleicht die beste Metapher fürs Leben: Du kannst Scheiße bauen, hinfallen und verlieren, wenn du einmal mehr aufstehst und wieder gewinnst!

Mein Unterricht an diesem Montag war dann sehr geprägt von der deutschen Geschichte. Mit all meinen Kursen machte ich an diesem Montag eine Geschichtsunterricht. Es war eine verdammt schwere Aufgabe die erlebnisreiche Geschichte Deutschlands in eine Stunde zu packen, ohne wichtige Details zu vernachlässigen, aber letztlich hab ich es doch irgendwie geschafft. Meine Studenten lernten viele wissenswerte Fakten über die zwei Weltkriege, die Berliner Mauer, die Wiedervereinigung und Deutschland heute. Das war deutsche Kultur in voller Dröhnung, für mich als auch für meine Studenten, aber interessant wars alle Mal. Und so endete ein sehr unaufgeregter Monatg.

Am Dienstag dann nach dem morgendlichen Pilatis-Unterricht, trafen Lorenia und die Trainees uns nochmal im Emax, um über ein Aguascalientes-Booklet zu reden. Wir hatten während all den anderen Workshops die Idee eine Art Informationsbroschüre über das Leben und die Kultur hier in Aguascalientes bzw. in Mexiko zu kreiren, damit all die nachfolgend Trainees sich bereits mit AGS beschäftigen können, bevor sie tatsächlich anreisen. Und was wir europäischen Trainees festellten war, dass es doch schon so einige (teilweise lustige) Unterschiede zwischen unserer und der mexikanischen Kultur gibt wie z.B.
1.) Pünktlichkeit wird hier klein geschrieben. Wenn ein Mexikaner sagt:" In 10 Minuten bin ich da." meint das "In 30 Minuten bin ich da.", also merke: 10 mexikanische Minuten = 30 europäische Minuten
2.) Schuhe werden im Haus ganz strikt anbehalten. So etwas wie Hausschuhe gibt es hier nicht. 
3.) Freund/ Freundin sind im Haus nicht wirklich erlaubt, solange man nicht verheiratet ist. Sex hat man im Motel oder ganz geheim, wenn die Eltern nicht Zuhause sind
4.) Das Trinken von Alkohl auf öffentlichen Straßen ist verboten und strafbar. Geht man hier also zu nem Konzert oder ähnlichem, kann man dabei nichtmal en Bierchen trinken.
5.) Die Frauen und Männer können für gewöhnlich richtig gut tanzen im Gegensatz zu uns Europäern
6.) Mexikaner lieben es zu essen. Am liebsten jede Stunde und mindestens 5-6 Mal am Tag.
7.) Man begrüßt Frauen hier immer mit einem Kuss auf die Wange und Männer mit nem lässigen Handschlag.
8.) Mexikaner lieben es zu fluchen, weshalb es unzählige wunderschöne beleidigende Wörter gibt.

Und dies waren nur einige der kulturellen Unterschiede die wir in den den vergangenen zwei Monaten so feststellen konnten (siehe Bild unten) Ich denke am Ende meiner sechs Monate hier wird es noch viele, viele weitere Dinge geben, die ich zu dieser Liste hinzufügen kann.
Mexikanische Kultur

Arbeit am AGS-Booklet
Der Rest des Tages ist dann realtiv schnell zusammengefasst:
Spanisch-Unterricht mit Gabi
Deutsch-Unterricht mit meinen Studenten
Salsaklasse mit Diego
Einkauf im Supermarkt
Lesen
Bett

Am Mittwochmorgen begann, wie die gesamte Woche über, vergleichsweise sehr früh. Nämlich um halb 7. 

Morgenstund hat Gold im Mund
Ich hatte die Tage ein sehr sehr intressantes Hörbuch gehört. Das Hörbuch drehte sich rund um das wohl schrecklichste am Tag: Aufstehen! Ich denke einige kennen es, wenn morgens der Wecker klingt, es draußen kalt ist, während es im Bett so kuschelig warm ist und man niemals aufstehen möchte. Dann drückt man evtl. nochmal auf den Snooze-Knopf, wälzt sich ein bisschen hin und her, bevor man dann tatsächlich eine halbe Stunde nach dem ersten Weckerklingeln aufsteht. Dann geht man langsam ins Bett, schaut sich seine vom Kissen verdrückte Visage an und denkt: "Null Bock heut!" Und so vergeht die Zeit morgens mit, ja mit was,...mit nix machen und trotzdem ist eine Stunde vergangen bis man sich tatsächlich auf den Weg zur Arbeit, Schule oder sonstwohin macht. Montagsmorgens ist es noch schlimmer als an jedem anderen Tag, ich weiß.
Tja, ich bin da keine Ausnahme. Zwar komme ich morgens relativ schnell aus dem Bett, aber trotzdem verdrödel ich unendlich viel (kostbare) Zeit jeden Morgen. Deshalb habe ich mir vorgenommen daran was zu ändern! Also hab ich mir ein gutes Hörbuch bei Audibel gesucht und gehört was ich ändern kann. Und siehe da, es gibt wirklich einige Methoden seinen Morgen produktiver zu gestalten. Die wohl wichtigste Methode ist jedoch diese: Entwickle eine Morgenroutine. Was ist eine Morgenroutine? Eine Morgenroutine ist eine spezielle immer  Abfolge von kleinen Tätigkeiten, die man jeden Morgen in der gleichen Reihenfolge macht und (deshalb Routine) die dazu führen das man nach dem ersten Weckerklingeln produktiv wird. Es ist wirklich ein sehr interessanter Ansatz und es ist wissenschaftlich bewiesen, dass fast alle erfolgreichen Menschen eine Morgenroutine habe. Also falls ihr gedacht hab, ich schwafel hier wieder nur groß rum und ich bin mal wieder irre, nein ganz und gar nicht! Seine Morgenroutine, so sagt zum Beispiel Barack Obama, war einer der Schüssel zu seinem heutigen Erfolg. Und wenn Obama das kann, kann ich wohl auch so ne Morgenroutine entwickeln. Und ihr könnt das auch!
Angefangen hab ich damit jeden Morgen früher aufzustehen, um den Tag wirklich zu nutzen. Dase hieß anstatt um halb 8, wie sonst üblich, um halb 7 aufstehen (obwohl ich früh aufstehen eigentlich hasse) und dann eine gewisse Reihe von kleinen Tätigkeiten zu entwickeln, die mich schnell wach und produktiv machen. Ich habe die ganze Woche über daran gearbeitet und versucht herauszufinden, was für mich am Besten arbeitet. Ich bin immer noch dabei, den immer wieder merke ich, dass gewisse Dinge einfach keinen Sinn haben oder ich andere Dinge machen könnte. Ich werde euch auf jeden Fall (ob ihr wollt oder nicht) auf dem Laufenden halten und euch vielleicht nächste Woche meine erste selbstentwickelte Morgenroutine präsentieren. 

Soweit so viel zu dem Thema "Morgenroutine".

Nachdem ich die ersten zwei Stunden des Tages genutzt hatte, um an meinem Blog zu schreiben und ein bisschen Spanisch zu lernen, machte ich mich gegen halb 12 auf den Weg zum Emax. Dies war heute nicht der Treffpunkt für einen weiteren Workshop oder eine Unterrichtseinheit, sondern wir, und damit meine ich alle Trainees, trafen uns dort mit Lorenia um gemeinsam mit Lorenias Chauffeur Angel zu einem Museum hier in AGS zu fahren. Lorenia hatte uns zu diesem Musuemsbesuch eingeladen und um de Schenner zu zitieren: "Em geschenkte Kind guggt ma nid ins Maul." ;-) 
Leider habe ich den Namen des Museums vergessen, aber jedenfalls gab es dort eine Vielzahl besonderer Austellungen zu sehen, vor allem die Ausstellung "Our Body- The human boday". Und so verbrachten wir den gesamten Mittag im Museum und die Ausstellungen waren wirklich sehr sehr sehenswert. An dieser Stelle möchte ich einfach mal die Bilder sprechen lassen, die euch einen guten Eindruck über den Mittag im Museum geben:


Angel und ich (oben) Ready for the museum  (unten)







Spannende Tischkicker-Partie, welche das Team Italien/Deutschland knapp mit 6-5 gewann
Live on Air
Genau Inpektion des menschlichen Körpers

Nach dem wirklch interessanten Museumsbesuch, hatten wir natürlich dann alle Hunger. Und so machten wir uns auf ins Downtown in eines der besten und angesagtesten Restaurants hier in AGS.
Das Restraunt bietet nur mexikanische Spezialitäten an und das zu unfassbar günstigen Preisen und zu super leckerer Qualiät. Ein wirklich gut gefüllter Teller mit Quesadillas beispielsweise kostet nur 40 Pesos, was umgerechnet nur ein bisschen mehr als zwei Euro sind. Für mich als Deutscher sind diese Preise immer noch Wahnsinn, wenn man sich vorstellt, dass man zwei Euro nicht mal ne Bratwurst am Sportplatz bekommt.
Ich konnte mich als Euopärer also wirklich nicht beklagen. Stattdessen genoss ich mein leckeres Essen und die angenehme Unterhaltung mit den anderen Trainees.
Leckere Quesadillas
Ich muss wirklich sagen mittlerweile sind wir Trainees zu einer echt guten Truppe zusammengewachsen. Natürlich hat uns der Zufall hier alle in AGS alle zusammengebracht und wir sind eine Art Zweckgemeinschaft, aber dennoch finde ich es außergewöhnlich wie gut wir uns verstehen und was wir alles zusammen unternehmen. Linda, Carin und Andre gehören hier absolut zu meinen engeren Freunde und es wird sicherlich nicht leicht sein für mich, wenn in zwei Wochen fast alle die Trainees abreisen werden. Dann muss ich mir wieder neue Freunde suchen und das ganze Spiel mit Beziehung aufbauen und so geht wieder von vorne los. Einerseits ist das traurig, aber andererseits freue ich mich auch darauf wieder andere Leute kennenzulernen und vielleicht mehr mexikansche Freunde zu haben. Ich denke ich habe mittlerweile keine Probleme mehr damit schnell neue Bekannschaften zu machen und neue Freundschaften zu schließen. Sich in einer neuen Umgebung schnell zurechtzufinden, sich schnell anzupassen und wohlfühlen zu können, ist denke ich essenziell um dauerhaft glücklich zu sein, wird man damit konfrontiert neue Leute kennenlernen zu müssen. Sei es beispielsweise bei einem Jobwechsel oder einem Umzug in eine neue Stadt. Und glücklicherweise kann ich es zu meinen Stärken zählen einfach auf neue Leute zugehen zu können, ein bisschen zu labern und so neue Leute kennenzulernen. Also alles halb so wild ;-)

Nach dem leckeren Mittagessen hatte ich dann Unterricht und anschließend kam ich nach einem langen Tag um 19 Uhr nach Hause. Dort wartete auch schon Kevin, der kleine Sohnemann von Danny, auf mich. Kevin ist ein echter Radaumacher und auf gut pälzisch "Bettsächer". Für ihn ist immer Aktion angesagt.Pause? Fehlanzeige! Jedes Mal wenn ich nach Hause komme und Kevin mich sieht, kommt er auf mich zugestürmt ruft "Pacal, Pacal el Aleman" und will mit mir spielen. Und natürlich sage ich meistens nicht Nein. Zusammen haben wir drei Spiele erfunden, aber sein Lieblingsspiel ist "el avion", das Flugzeug. Das Spiel geht folgendermaßen: Ich nehme ihn auf den Arm, er breitet seine Hände aus und gemeinsam "fliegen" wir durch das ganze Haus. Das macht selbst mir Spaß ist aber mit der Zeit auch verdammt anstregend, vor allem wenn nach jedem Flug kommt "de nuevo, de nuevo, de nuevo" was soviel heißt wie "nochmal, nochmal,nochmal!" Aber das sind nunmal Kinder und ich merke langsam, dass ich älter werde, denn ich finde Kinder mittlerweile eigentlich ziemlich cool!

Kevin und Pacal el Aleman



Um halb 8 dann holte mich Danny ab für unser Fußballmatch unter der Woche. Wie immer machte das Kicken riesig Spaß und wie immer gewannen wir unser Match deutlich mit 8:4, auch wenn mir dieses Mal kein Tor gelang.
Gegen 10 Uhr war ich dann wieder Zuhause und nach einem schnellen Abendessen fiel ich hundemüde in mein Nest.

Der Donnerstag war dann etwas außergewöhnlich, vor allem für drei Sachen:
1.) Ich konnte mal wieder mit Oma und Opa sprechen! Opa hatte an diesem Tag Geburtstag genauso wie natürlich meine "Lieblingstante" Anette. Da ließ ich es mir natürlich nicht nehmen "persönlich" via Telefon zu gratulieren.Und was konnte ich feststellen: Opa scheint noch immer der alte lustige Typ zu zu sein und auch Oma ist ein bisschen verwirrt wie eh und je. Hat sich also nix groß geändert, ach wie schön :)
2.) Neben dem üblichen Unterrichtsprogramm stand am Abend eine ganz spezielle Unterrichtsstunde auf dem Plan: "Die deutsche Küche." Ich hatte meinen Studenten versprochen mal mit ihnen ein typisch deutsches Gericht zu kochen und natürlich ließ ich mich da nicht lumpen, versprochen ist versprochen. Ich muss sagen, es war gar nicht soooo leicht ein "typisches" deutsches Gericht zu finden, aber letztlich entschied ich mich für die Klassikervariante der deutschen Küche: Schnitzel mit Pommes und Salat, kurz SchniPoSa oder auch Dominics Leibspeise ;-)
Nach meinem Unterricht holte mich einer meiner Studenten, Viktor, ab und gemeinsam fuhren wir in den Supermarkt um dort die Zutaten für unser perfektes Dinner zu kaufen. Es war gar nicht so leicht auf Spanisch zu erklären was Butterschmalz. Semmelbrösel oder Kalbsschnitzel sind, aber mit Google Translater und Gestik fanden wir letztlich alles was auf unserer Einkaufsliste stand und so ging es mit vollgepackten Tüten auf zu Gabi Haus, denn dort hatten wir unseren Kochabend.

Zutaten für das perfekte Dinner
Viktor und ich
Ein Biss in das wohl schärfste Zeug in Mexiko: Habaneros
Als wir typisch mexikanisch über 50 Minuten später als vereinbart bei Gabi ankamen, schoben schon alle eine Mordshunger. Also hieß es auspacken und anfangen. Während Viktor sich um den Salat kümmerte präparierten Alan, Gabi und ich die Panierstraße. Für alle die nicht wissen was das ist: Schämt euch, geht in die Ecke und seid den ganzen Tag traurig! Naja ich will ja nicht so sein und erklärs für alle Unwissenden: Eine Panierstraße ist die sogenannte Straße zum Panieren der Schnitzel. Wahnsinn, was?? :D Für den Aufbau der Straße braucht man Mehl, aufgeschlagene Eier und Semmelbrösel. Ganz einfach also. Bei den Semmelbrösel ließen wir uns nicht lumpen und machten sie mit Hilfe von Toastbrot im Mixer selbst.  Nachdem die Panierstraße aufgebaut war, ging es ans Schnitzel klopfen. Ganz fachmänisch erklärte ich meinen Stunden warum man die Schnitzel vorher erstmal ein bisschen breit klopfen muss. Was ich ihnen nicht verriet war, dass ich mir am Vormittag natürlich zwei Tutorials auf Youtube angeschaut hatte, um mich nicht zu blamieren :D Ich mein, ich hatte vorher selbst noch nie Schnitzel zubereitet, aber nunja wenn man nix weiß, muss man wenigstens so machen, als wisse man etwas ;-)
Nach ein paar Minuten Zubereitung und den ersten panierten Schnitzel, hieß es dann Pfanne heiß machen, Fett schmelzen lassen und die Schnitzel ins Fett schmeißen, sodass sie darin schwimmen. Mhhhhhm wie eeeglich. Und nachdem ich meinen Studenten erklärte wie lange man jetzt so ein Schnitzel backt usw. konnte jeder sein eigenes Schnitzel zubreiten. So hat jeder etwas davon und jeder war für sein eigenes Schnitzel vom Klopfen, über das Panieren bis hin zum Braten verantwortlich. Gemeinsam hatten wir einen Heidenspaß beim SchniPoSa machen.

Gabi an den Eiern ;-)

Viktor am Salat

Die Zutaten

Die Kochgruppe "Alemania"

Gaby an der Panierstraße

Alan backt sein erstes Schnitzel
Schnitzel klopfen

Männer am Herd, waaaaahhha....
Und nach rund einer Stunde fleißigem Schnitzelbraten und letztlich über 15 Schnitzel, musste dann nur noch der Tisch gedeckt werden und schon konnte das große Fressen losgehen. Alle waren super hungrig sodass die ersten 5 Minuten eine angenehme Stille herrscht bzw. man nur das wohltuende Schmatzen hörte. Ahhhh einfach herrlich so ein Schnitzel mit Pommes, Salat und Ketchup. Das war eigentlich so das einzige Gericht was ich hier in Mexiko ab und an vermisst hatte. Und auch wenn es natürlich nicht so gut schmeckte wie das legendäre Putenschnitzel von Oma Trudel, waren wir doch alle vier schwer von unseren Kochkünsten angetan. Mooi liewer Scholli!
We finally made it: Oh du schönes SchniPoSa
3.) Den Rest des Abends verbrachte ich, dreimal dürft ich raten...richtig, mit Kary. Gemeinsam gingen wir in ein super schnickes Cafe und machten es uns bei einer heißen Schoki gemütlich. Es war wirklich ein schöner Abend, an dem wir uns mal wieder einiges zu erzählen hatten. Und wäre Kary nicht so verdammt schüchtern, wer weiß was aus diesem Abend noch hätte werden können... ;-)

Der Freitag startete dann wie die gesamte Woche realtiv früh. Nachdem ich meinen Blog fertigestellt und etwas Spanisch gelernt hatte, traf ich mich anschließend gegen halb 2 mit Linda in der Bibliothek, um mein Englisch ein bisschen aufzubessern. Ja auch wenn mein Englisch wirklich gut ist, habe ich doch immer wieder festgestellt, dass ich einige Probleme habe vor allem bei If-Sätzen, Präpositionen oder Adverbien. Und da Linda nicht nur Englisch studiert hat, sondern auch eine ausgezeichnete Lehrerin ist, nutzte ich die Gelegenheit, um das was ich der Schule nie richtig gelernt hatte nun nachzuholen. Also back to English classes! Nach einer Stunde wirklich anspruchsvollem Unterricht und qualmenden Kopf hatte ich dann so einiges neues dazu gelernt und so einiges Halbwissen ausgemerzt.Hebba, here we go!

Anschließend dann trafen Linda und ich uns mit Andre, und zwei AIESEC Jungs namens Ian und Paco. Gemeinsam hatten wir uns an diesem Tag verabredet,um am Aguascalientes Booklet zu arbeiten. Wir wollten also die Ideen, die wir während unserer Workshops erarbeitet hatten nun tatsächlich umsetzen. Dafür hatten wir uns vorgenommen einige Fotos und Videos von den schönsten Plätzen und Ecken der Stadt zu machen. Also machten wir uns erstmal einen kleinen Tagesplan und anschließend ging es auf zum Fotoshooting. Hier ein paar meiner semi-professionellen die ich während des Stadttrips geschossen haben und die euch einen Eindruck vom Leben hier in AGS geben werden:

Käfer sind wirklich sehr sehr typisch für Mexiko

Eine der unzähligen Kirchen hier in AGS
Ein typischer Essensstand hier in Mexiko, voll mit  Junck-Food

Essenstände im Stadtzentrum
So essen die Mexikaner zu Mittag :P

Bolero =Schuhputzer in AGS

But first...let me take take a selfie

Letzes Foto-Shoot vor der Hochzeitskirche in der man tatsächlich 2 Jahre vorher seine Hochzeit anmelden muss
Gemeinsam durchquerten wir beinahe den gesamten Stadtkern und hatten eine tolle Fotos und Videos im Gepäck bevor wir uns gegen halb 7 alle wieder auf den Heimweg machten. Auf dem Heimweg machte ich dann noch einen kleinen Zwischenstopp beim Friseur um meine mittlerweile unansehliche Mähne zu stutzen und zu meiner Überraschung musste ich für den Haar nix zahlen. Ich hab bis heute noch nicht genau verstanden warum, aber um nocheinmal de Schenner zu zitieren: "Em geschenkte Kind guggt ma nid ins Maul." ;-) Mit de frisch "geleggte Hooar" konnte dann der Abend starten.
Heute stand eine weitere Ausgabe von "Lafer,Lichter,Lecker made in Mexiko" auf dem Programm, denn wie letzte Woche schon angekündigt, gab es heute eine weitere Folge unseres mexikanischen Kochkurses. Bevor wir jedoch zu Paco, unserem heutigen Gastgeber fuhren, ließ ich mir es nicht nehmen noch schnell ein Selfie mit meiner Gastschwester Karina zu nehmen, die sich heute extra schick für eine Party gemacht hatte. Also büüüüdddee einmal lächeln und ab dafür:
Die hübsche Karina und ich: Selfie-Time

Heute stand als Kochziel eines der wohl leckersten Gerichte der mexikanischen Küche auf dem Programm: Posole. Posole ist eine eine etwas würzige Suppe mit Mais, Zwiebeln, etwas Salat und natürlich Chilli sowie Fleisch, wie könnte es auch anders sein. Vor allem Linda hat sich seit ihrem Aufenthalt hier in Mexiko in die Posole verliebt und deshalb war es unser Wunsch zu lernen wie man diese Suppe kocht, damit auch ihr in Deutschland vielleicht mal was davon habt :)
Die Zutaten der Posole sind, wie ihr sie unten auf dem Bild sehen könnt, realtiv simpel.  Es handelt sich eigentlich nur um:


mageres Schweinefleisch ohne Knochen
New-Mexiko-red-Chilischoten
Zwiebeln
Knoblauchzehen
frischer Oregano
getrockneter Oregano
Salat & Taccos
Wasser
Salz


Maiswürfel

Paco hatte all die Zutaten bereits eingekauft, sodass wir uns eigentlich nur noch um die wohl wichtigste Beilage an diesem Abend kümmern mussten: Alkohol, besser gesagt guter Weißwein. Die Mexikaner hielten uns zwar für ein bisschen verrückt Wein zur Posole zu trinken, aber was solls, was schmeckt das schmeckt. Nach dem die erste Flasche geöffnet und das erste Glas Wein getrunken war, konnte es dann auch losgehen mit der Kocherei. Unter der strengen Regie von Pacos Mutter, eine etwas älteren Mexikanerin und absolute Posole-Spezialisten, wurden alle Zutaten für die Posole geschnibbelt. Paco erklärte uns jeden Handgriff den er beim Zubereiten der Posole machte und wir Europäer schossen fleißig Fotos, um ja auch keinen wichtigen Schritt zu verpassen. Nachdem alle Zutaten für die Posole im Suppenwasser gelandet waren, hieß es dann warten.... Die Zeit vertrieben uns damit ein bisschen Salsa in der Küche zu tanzen, ein bisschen dumm zu laabern und natürlich zu trinken. Anders konnte man diese Warterei ja auch nicht aushalten ;-) Nach rund einer Stunde köcheln, war die Suppe dann fertig und konnte serviert werden. Mittlerweile hatten sich über  11 Leute in der Küche eingefunden, die alle hungrig auf die leckere Posole waren. Also versammelt sich die gesamte Mannschaft im Wohnzimmer von Paco und gemeinsam stoßen wir auf unseren zweiten Kochabend an: Salud und buen provecho! Mich erinnerte dieses Tisch mit den elf jungen Leute so ein bisschen an das letzte Abendmahl, auch wenn ich nicht genau feststellen konnte wer den nun die Rolle von Jesus einahm ;-)
So lecker die Posole auch war, so verdammt scharf war sie auch. Ich meine ich bin ja mittlerweile gewohnt scharf zu essen und es ist normal, dass hier alles etwas schärfer ist also sonst wo, aber diese Posole hatte wirklich Feuer unter Arsch. Paco erzählte, dass die Chillis die normalerweise in die Suppe kommen nicht wirklich scharf sind, aber anscheinend hatte er sich beim Kauf der Chillis geirrt. Nach nur ein zwei Löffel brannte mir der ganze Mund...uhahahahaha. Aber wer jetzt denkt, ach Pascal das Weichei, haha, nein,nein, selbst die Mexikaner am Tisch hatten mit der Schärfe zu kämpfen, auch wenn das natürlich niemand wirklich zugeben wollte. Aber letztendlich saß jeder mit brennendem Mund am Tisch und musste aufpassen, dass nicht die ein oder andere Schärfeträne die Wange runterrollt. Pinche picoso!!
Frische Zutaten für die Posole
Zubereitung der Posole
Eine arbeitet, die anderen schauen.Und nein wir sind nicht aufm Finanzamt ;-)

Ein gutes Glas Wein während all der schweren Arbeit

Salat schneiden kann gefährlich sein
Patty und ich



Leckere Posole
Das letze Abendmahl in Mexiko
Trotz allem war es doch wieder ein gelunger Kochabend, denn auch wenn die Posole vielleicht nicht optimal gelungen war, hatten wir doch viel neues gelernt und einen sehr sehr lustigen Abend, denn wir bei einem Vodka-O und einem netten Gespräch ausklingen ließen, bevor Diego und ich um halb 3 im Bett lagen.
Heheheeeeeeey
Am Samstag stand dann wieder ein kleines Highlight in einer ingesamt wieder einmal sehr erlebnisreichen Woche an . Heute durfte ich mein erstes "richtiges" Fußballmatch hier in Mexiko sehen. Zusammen mit einigen Jungs aus meiner Fußballmannschaft schaute ich mir das erste Playoffspiel zwischen Necaxa und Coras FC an. Hier in Mexiko ist es üblich, dass es am Ende der Runde eine Art Playoffs gibt, bei denen der erste der Ligatabelle gegen den 8 spielt, der 2. gegen den 7. usw. Necaxa ist der einzige Fußballverein hier in Aguscalientes. Der Verein hatte zwei erfolgreiche Epochen, in denen er seine insgesamt sieben Meistertitel gewann: vier davon resultieren aus den 1930er Jahren und die anderen drei aus den 1990er Jahren.  Trotz seiner sporadischen sportlichen Erfolge stand Necaxa, das bis 2003 in Mexiko-Stadt beheimatet war, immer im Schatten seiner Hauptstadtkonkurrenten (América, Atlante, Cruz Azul und UNAM Pumas, die allesamt eine höhere Popularität genießen hier in Mexiko. Daher zog der Verein vor der Saison 2003/04 nach Aguascalientes in der Hoffnung, sich dort ein neues Umfeld zu erschließen.Für mich völlig irre wenn man sich vorstellt, dass ein Verein hier einfach umziehen kann, um mehr Zuschauern anzulocken. Ich mein stellt euch mal vor Hoffenheim zieht einfach nach München, um mehr Zuschauer und Fans zu bekommen. In Deutschland wäre das unvorstellbar. Naja wie auch immer,  das Erstligaabenteuer in Aguascalientes endete jedoch bereits nach wenigen Jahren mit dem Abstieg von Necaxa am Saisonende 2008/09 und nun spielt der Verein nach einer glorreichen Vergangenheit mittlerweile nur noch in der zweiten Liga, also ähnlich wie der FCK. Dennoch ist die Stadt merklich in Bewegung, wenn Nexcaca spielt. Immer noch hat der Verein viele Anhänger hier in AGS und momentan sieht es ganz gut aus, dass es bald wieder in die erste Liga hochgeht, wiederum ähnlich zum FCK. 

Schon auf dem Weg zum Fußball drehte sich alles um König Fußball und als der Taxifahrer mitbekam, dass ich aus Deutschland bin, war er (natürlich) völlig begeistert. Auf die Frage hin was denn mein Lieblingsteam in Deutschland sei antwortete ich ganz diplomatisch: TV/SC Hauenstein. Is ja klar. Naja Lautern hab ich auch erwähnt. Zu meinem völligen Unverständnis aber kannte der Taxifahrer aber keinen dieser Vereine...was ein Vollamateur, Frechheit ;-) 
Am Stadion angekommen, warteten schon die anderen Jungs auf uns. Die Stimmung vorm Stadion war schon ausgezeichnet. Die Fans sangen lautstark, tanzten und machten sich heiß fürs Spiel. Die Athmosphäre rund um das Stadion erinnert mich stark an ein Samstagmittag Betze-Spiel und es sah auch  alles wie bei einem typischen Betze-Spiel aus, außer dass anstatt Bratwürste hier Taccos und Tortas verkauft wurden haha. 

Auf dem Weg ins Stadion
Als wir dann mit versammelter Mannschaft im Stadion ankamen, war ich wirklich sehr positiv überrascht. Das Stadion ist wirklich sehr modern und fasst knapp 27.000 Zuschauern. Das ganze Stadion ist mit Sitzplätzen versehen und es gibt auch hunderte Logen für die etwas wohlhabenderen Leute hier in AGS. Insgesamt unterschied sich das Stadion also nicht wirklich von einem deutschen Stadion, was an dieser Stelle als postiv gesehen werden kann.
Schon bereits eine halbe Stunde vor Anpfiff war das Stadion gut gefüllt und die Ultras im Block neben uns sorgten mit ihren Schlachtrufen mächtig für Stimmung. Um 18 Uhr liefen dann die Mannschaften ein. Nach dem Einlaufen wurde dann erstmal die mexikanische Nationalhymne gespielt, die von allen frenetisch mitgesungen wurde (ist anscheinend hier so üblich und zeigt mal wieder deutlich den mexikanischen im Gegensatz zum deutschen Nationalstolz). Und dann ging es auch schon los: Anpfiff des Schiedsrichters der hier in Mexiko " el árbitro"heißt.
Das Spiel an sich war vor allem in der Anfangsphase sehr sehenswerte, flachte dann aber zunehmends ab. Mit einem 0:0 ging es in die Pause. In der zweiten Halbzeit versuchte dann Necaxa mehr Druck zu machen. Erst gegen Ende wurde es dann nochmal spannend als Necax, aber letztlich blieb es bei einem mageren 0:0. Insgesamt war die Qualität des Spiels jedoch nicht schlecht und ich denke so einige Spieler könnten auch in der deutschen zweiten Liga spielen.

Es gab für mich während des Spiels natürlich einige lustige Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen einem Stadionbesuch in Deutschland und einem Stadionbesuch in Mexiko zu beobachten:

Unterschiede:
1.) Während des gesamten Spiels kann hier, ähnlich wie in den USA, Bier und verschiedene Snacks, vor allem Chips mit Salsasoße, gekauft werden. Die Mexikaner lieben das! Da meine Jungs anscheindend unbedingt austesten wollten, wieviel ein Deutscher während einem Spiel trinken kann, hatte ich ca. alle 15 Minuten ein frisches Corona in der Hand
2.) Während kurzen Spielunterberechungen wurde immer eine Art Fangesang eingespielt, um die Stimmung hochzuhalten
3.) Teilweise waren die anderen Spiele der ersten Liga für eine Vielzahl der Fans interessanter, als das tatsächlich Spiel. Viele Leute schauten ständig auf ihr Handy, telefonierten mit Freunden oder hörten Live-Radio. Als America z.B. ein Tor schoss jubelte die eine Hälfte des Blocks in dem ich saß und die andere Hälfte fluchte.

Gemeinsamkeiten:
1.) Der Ball ist rund, 11 gegen 11, das Spiel dauert so lange bis der Schiedsrichter abfeift ;-)
2.) Der gegnerische Torhüter wird bei jedem Abstoss mit einem "Oooooooooooohhhh, Putoooo!!" (Puto=Hurensohn) bedacht
3.) Gegnerische Spieler und Schiedsrichter werden genauso beleidigt wie in Deutschland am liebsten mit "Pendejo!" (=sau dummer Depp)
4.) Auch hier gibt es eine Art "Westkurve", wenn auch die Anzahl der Fans nicht so groß ist wie uffm Betze

Hier ein paar Bilder von meinem ersten Fußballspiel in Mexiko:


Unsere Truppe
Lecker Corona während dem Fußballguggen...mhm
Der Necaxa-Fanblock direkt neben uns
Danny, Ivan und Champ
Nach dem Spiel gabs dann...na klar, erstmal was zum Essen. Und dreimal dürft ihr raten was. 1,2,3...richtig: Taccos. Mittlerweile habe ich mich ja schon dran gewöhnt, dass die Mexikaner jeden Tag Taccos essen können, aber mich überrascht immer wieder, wie gerne, mit welchem Herzblut sie diese kleinen Tortillas essen. Aber vielleicht würden uns die Mexikaner im Gegenzug verrückt halten wie oft wir z.B. ne Bratwurst oder Schweinebraten essen, ich weiß es nicht :D 
Nach zwei leckeren Taccos fuhr ich dann mit nem Kumpel nach Hause. Dort angekommen musste ich mich erstmal ne halbe Stunde aufs Ohr legen. Die fünf Bier während des Spiels, die Kälte und die Müdigkeit der gesamten Woche machten sich jetzt deutlich bemerkbar. Ich wäre eigentlich am liebsten im Bett liegen geblieben, aber leider hatte ich versprochen heute mit einem meiner Studenten on Tour zu gehen. Naja, wie bereits geschrieben: versprochen ist nun mal versprochen. Also machte ich mich schnell fertig und um 11 Uhr wurde ich dann, mit runder einer Stunde Verspätung, von Alan abgeholt. Gemeinsam fuhren wir ins Downtown und gingen wir in dort in eine Bar, wo ich ein paar seiner Kumpels kennenlernte. In der Bar spielte sich dann eine ganze irre Geschichte ab, die ich euch kurz erzählen muss: 
Ich ging aufs Klo. So weit so unspektakulär. Als ich so gemütlich auf dem Klo mein Geschäft machte, kam einetwas sehr besoffener Mexikaner ins Klo und stellte sich neben mich ans Pissoir. Aber anstatt da rein zu pinkeln drehte er sich rum und verbrunste, unter lautem Gegröhle seiner Freunde, das gesamte Klo. Ich konnte nur lachen und sagte leise "Pendjeo", was soviel heißt wie sau dummer Schwachkopf. Normalerweise sollte das ein Witz sein, aber der Typ verstand das ganz undgar nicht als Witz und wollte auf mich losgehen.Auch als ich ihm dann in meinem brüchigen Spanisch erklärte, dass das nur ein Witz war, war er nicht zu beruhigen. Als ich dann jedoch sagte ich bin aus Deutschland, ZACK, völliger Stimmungswandel. Plötzlich war der Typ, der mich vorher noch schlagen wollte, mein Freund und sagte" Was, du bist aus Deutschland? Geil. Ich liebe Deutschland. Ich liebe Schürrle und Schwaiiingstaiga!" Und anstatt mir eine abzuziehen, wollte der Typ dann letztendlich ein Foto mit mir :D Als seine Freunde mitbekamen, dass ich aus Deutschland bin, waren sie genauso benebelt. Letztlich endete die ganze Geschichte damit, dass ich mit allen ein Gruppenfoto machte und ein Mezacal mit ihnen trank. Wahnsinn! Gott sei Dank bin ich Deutscher, haha!

Nach dieser witzigen Slapstick-Nummer zogen Alan und ich weiter in eine andere Bar namens "Pullmanns". Dort spielte eine Cover-Band an diesem Abend und trafen wir dort auch ein paar AIESECer wieder. Vor allem eine AIESECerin hatte es mir dabei angetan...Rebe. Wow, was ne hübsche Frau, was ne hübsche Mexikanerin!
Also machte ich nicht groß rum und probierte mich mal aus. Naja, leider spricht sie kaum Englisch, sodass unser Gespräch ein bisschen, sagen wir mal, außergewöhnlich war. Aber en guten Eindruck hatte ich auf jeden bei ihr hinterlassen und sie natürlich bei mir auch ;-)

Gemeinsam tanzten wir ein bisschen und hatten Spaß. Gegen 2 Uhr war dann der Abend für mich gelaufen. Am nächsten Tag musste ich um 7 Uhr wieder aufstehen, um Fußball zu spielen, weshalb ich mich frühzeitig verabschiedete und nach Hause fuhr.
Alan (mit der braunen Jacke) und seine Freunde
Die Party-Crew, rechts Rebe

Pullmanns Bar
Am Sonntagmorgen klingelte dann um kurz vor 7 der Wecker....und fuuuuck, ich war verdammt nochmal sau müde. Scheiß Morgenroutine!! Naja, ich quälte mich aus dem Bett, bisschen kaltes Wasser ins Gesicht, Müsli zum Frühstück und ab gings um halb 8 zum Spiel.  8 Uhr Sonntagmorgens ist wirklich keine Uhrzeit zum Fußballspielen. Und genauso lief das Spiel auch für mich. Ich war noch mit einem Bein im Bett und mit dem anderen auf dem Platz. Es war mit Abstand mein schlechtestes Spiel, seit ich hier in Mexiko Fußball spiele. Obwohl wir gegen der ersten der Tabelle ein 4:4 holten, wäre doch mehr drin gewesen hätte ich bei zwei Gegentoren nicht geschlafen. Naja, so musste ich mir nach dem Spiel ein paar dumme Sprüche von meinen Mannschaftskollegen drücken lassen, ob ich wieder die ganze Nacht gevögelt habe, oder ob ich das Bier nicht vertragen habe usw usf. Ihr wisst ja was man sich so anhören kann aufm Fußballplatz :D
Fußball in der mexikanischen Idylle

Mein erster mexikanischer Spielerpass

Als ich nach dem Spiel Zuhause ankam war ich heilfroh. Nach einem schnellen Frühstück und einer Dusche, ging es nämlich direkt wieder zurück ins Bett. Erst nach zwei Stunden Mittagsschlaf erwachte ich wieder halb lebendig. 

Am Nachmittag dann stand ein etwas anderer Ausflug auf dem Programm. Johnatan hatte uns eingeladen zur Ranch seines Papas zu fahren. Hier in Mexiko ist es üblich, dass viele Leute eine kleine Ranch haben, auf der sie entweder arbeiten, leben oder eben nur Tiere haben. 
Bei bestem Wetter sattelten wir unser Auto und gegen halb 5 gings ab zur Ranch. Dabei waren Diego, Jonathan, Kary und Sometimes-Candy.
Auf gehts: Candy, Kary, Diego und ich

On the road....
Um den Abend auf der Ranch auch wirklich genießen zu können hielten wir erstmal in einem der tausenden OXXOs hier in AGS und kauften uns erstmal was zum trinken. Während sich die anderen für Whisky-Wasser entschieden, blieb ich heute bei einem stillen Wasser. Auch was zum Essen durfte natürlich nicht fehlen und machten wir einen weiteren kleinen Zwischenstopp an einem der Essenstände die hier so an der Straße aufgebaut sind. Ganz typisch kauften wir uns ein paar Tortas mit Chilli, Zwiebeln und etwas Salat. Anschließend ging es dann weiter mit unserem Road-Trip, bei Sonnenschein und mexikanischer Gute-Laune-Musik. Das Leben kann so schön sein!
Erstmal en Zwischenstopp an einem der typischen Straßen-Essenstände



Typisch Mexiko: Sombrerros, Bier und Essen

Auf dem Weg zur Ranch fuhren wir durch kleine Dörfer hier in AGS, die das "echte", traditionelle Leben hier in Mexiko perfekt widerspiegelten. Hier waren die Straßen noch etwas besser Sandwege, die Männer saßen mit ihren Sombrerros und Cowboystiefel auf der Straße, rauchten und spielten Karten, während die Fraue die Wäsche im Garten abhingen. Die Kinder spielten in ihrem Cowboy-Outfit und die Tiere liefen frei auf der auf der Straßer rum. Eso es la vida Mexicana! Ich fühlte mich zum ersten Mal so richtig in all den mexikanischen Stereotypen bestätigt und es war wirklich schön anzusehen. Kleines "Highlight" auf dem Weg zur Ranch war dann unsere Begegnung mit den Monster-Kühnen. Mitten auf der Landstraße kam uns einfach eine riesige Herde von wilden Kühen entgegen und wir konnten nicht mehr vor und zurück. Welcome to the Ranch-Land of Mexico! Jonathan, in all seiner Männlichkeit, stieg aus dem Auto aus und wollte die Kühe zur Seite führen. Als er aber merkte, dass er gegen diese Riesenviecher keine Chance haben würde, war er nach zwei Minuten wieder ganz kleinlaut im Auto. Ein echter Mann eben! :D
Angriff der Monster-Kühe
Ahhhhhhhhh, wir werden attakiert!!
Naja, um es kurz zu machen: Wir überlebten den Angriff schadlos ;-)
Nach rund einer Stunde Fahrt kamen wir dann letztlich an der Ranch an. Neben ein paar Tieren gab es auch einen kleinen See. Bei angenehmen 22 Grad genossen wir dort die letzten Sonnenstrahlen, aßen unsere Torta, erzählten und genossen die wunderschöne Natur. Vor allem der Sonnenuntergang war mal wieder fantastisch anzusehen.

Uhlalalaaaaaa....
Smileeee con Kary

Diego, Candy, Jonathan und ich

Großartiger Sonnenuntergang in AGS


Insgesamt verbrachten wir einen sehr sehr schönen Nachmittag auf der Ranch. Wir waren eine super Truppe an diesem Tag und dies in Verbindung mit dem Ranch-Feeling war echt außergewöhnlich.
Als es dann langsam dunkel wurde schauten wir uns den glasklaren Sternenhimmel an, philosophierten ein bisschen über die Unendlichkeit des Seins und machten uns anschließend wieder auf den Weg nach Hause nach AGS. Eigentlich wollte ich an diesem Abend endlich meine Gastfamilie zum Essen einladen, um ihnen gegenüber meine Dankbarkeit über die bisherigen zwei Monate auszudrücken. Leider wurde daraus nix, denn überraschend kamen ein paar Vewandte zu Besuch, sodass das Familienessen nun auf nächste Woche verschoben wurde. Ehrlich gesagt, war mir das an diesem Tag ganz Recht, denn so konnte ich endlich mal früh ins Bett gehen und ins Reich der Träume verschwinden.

So endete eine weitere sehr schöne Woche hier in Mexiko. Es war seit langer Zeit mal wieder eine Woche, die ich komplett in AGS verbracht habe, ohne irgendwo hinzureisen. Und obwohl langsam hier alles etwas normaler und alltäglicher wird, erlebe ich doch jede Woche immer wieder neue Dinge, über die ich mich freue. Ich bin gespannt, was mich nächste Woche so erwartet und freue mich darauf  euch davon zu berichten.

Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit, viel Spaß auf den Weihnachtsmärkten und natürlich ganz viel Erfolg bei allem was ihr vorhabt.

Liebe Grüße aus Mexiko. Ich denke an euch!
Pascal "El Aleman!" ;-)